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COP26: FINMA verpflichtet sich zur Umsetzung der relevanten NGFS-Empfehlungen

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Das «Network for Greening the Financial System» (NGFS) hat heute eine Erklärung über seinen Beitrag zu den Zielen der UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow (COP26) veröffentlicht. Als NGFS-Mitglied unterstützt die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA die Ziele des Netzwerks, nämlich die finanziellen Risiken des Klimawandels besser zu verstehen und zu steuern. Die FINMA hat sich im Rahmen ihres Mandats zur Umsetzung der für sie relevanten NGFS-Empfehlungen verpflichtet. Dies zeigen ihre laufenden und geplanten Projekte.

Anlässlich der UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow hat das NGFS heute die «NGFS Glasgow Declaration» veröffentlicht. Diese Erklärung beschreibt den Beitrag des NGFS zu den COP26-Zielen. Als NGFS-Mitglied setzt sich die FINMA in ihrem Kompetenzbereich für die weitere Umsetzung der NGFS-Empfehlungen ein. Die nicht verbindlichen Empfehlungen basieren auf den von den NGFS-Mitgliedern identifizierten Best Practices. Ergänzend zur NGFS-Erklärung zeigt die FINMA nachfolgend ihre Beiträge zur Umsetzung der NGFS-Empfehlungen auf.

Integration klimabezogener Finanzrisiken in die Aufsichtstätigkeit

Die FINMA integriert klimabezogene Finanzrisiken in einer strategischen, proportionalen und risikobasierten Art und Weise in ihre Aufsichtstätigkeit ein. Dazu entwickelt sie derzeit Konzepte zur Aufsicht über das Klimarisikomanagement von Banken und Versicherungsunternehmen. Diese Konzepte werden ab 2022 stufenweise und proportional eingesetzt. Zudem führt die FINMA kontinuierlich den Dialog mit den größten Beaufsichtigten darüber, wie sie ihre klimabezogenen Finanzrisiken managen und wie sie die wesentlichen klimabezogenen Finanzrisiken im Schweizer Finanzsektor identifizieren und erfassen. Gestützt auf ihre Erfahrungen aus der Aufsicht und ihren prinzipienbasierten Ansatz wird die FINMA ihre Erwartungen an das Management klimabezogener Finanzrisiken bei Beaufsichtigten bei Bedarf weiter ausführen.

 

Weiter befasst sich die FINMA mit quantitativen Methoden zur Messung klimabezogener Finanzrisiken. Ein entsprechendes Pilotprojekt der FINMA und der Schweizerischen Nationalbank steht kurz vor dem Abschluss. Das Projekt verfolgt das Ziel, die Risikokonzentrationen der systemrelevanten Schweizer Banken gegenüber Sektoren, die erhöhten Transitionsrisiken ausgesetzt sind, zu identifizieren und zu messen. Es umfasst sowohl eine Expositionsanalyse als auch zukunftsorientierte Klimaszenarioanalysen.

Auf internationaler Ebene setzt sich die FINMA in verschiedenen internationalen Standardsetzungsgremien und im NGFS aktiv für die Schaffung sinnvoller internationaler Rahmenbedingungen zur Auseinandersetzung mit klimabezogenen Risiken ein.

Offenlegung klimabezogener Finanzrisiken

Die FINMA hat ihre Offenlegungsregeln zu klimabezogenen Finanzrisiken angepasst und sich dabei an die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD), einem international anerkannten Referenzrahmen, orientiert. Die betroffenen Finanzinstitute müssen die Regeln ab 2022 anwenden.

Mit ihrer Mitgliedschaft in den einschlägigen Arbeitsgruppen des FSB, BCBS und der IOSCO unterstützt die FINMA zudem die Gründung des International Sustainability Standards Board (ISSB). Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einer optimierten Offenlegung zu klimabezogenen Themen, der zu einer verbesserten Messung dieser Risiken für die Finanzinstitute und das Finanzsystem beitragen wird.

Technische Unterstützung der Schweizer Politik

Die FINMA unterstützt die Schweizer Bundesbehörden aktiv bei der Umsetzung der an politische Entscheidungsträger gerichteten NGFS-Empfehlungen, wie beispielsweise die Schliessung von Datenlücken. Die Umsetzung dieser Empfehlungen sind gleichermaßen Schlüsselelemente zur Berücksichtigung der wesentlichen klimabezogenen Risiken sowie zur Begrenzung von Greenwashing-Risiken beim Vertrieb von Finanzprodukten und Erbringen von Finanzdienstleistungen.

Kundenschutz

Neben den Arbeiten zu den NGFS-Empfehlungen befasst sich die FINMA mit dem Kundenschutz. Dazu gehören auch die Risiken für die Anleger- und Kundschaft, mit irreführenden Versprechungen über die Nachhaltigkeit getäuscht zu werden, beispielsweise bei Anlageprodukten. Potenzielles Greenwashing geht die FINMA auf der Basis der bestehenden Regulierung und der heute herausgegebenen Aufsichtsmitteilung an.

Die FINMA trat im April 2019 gemeinsam mit der Schweizerischen Nationalbank dem NGFS bei. In diesem Rahmen hat die FINMA an der Erarbeitung eines gemeinsamen Verständnisses von Klimarisiken aktiv mitgewirkt und sich an der Ausarbeitung praktischer Leitlinien für Aufsichtsbehörden beteiligt. Mehr zu den Prioritäten und Tätigkeiten der FINMA im Bereich Sustainable Finance befindet sich hier (Dossier Sustainable Finance).

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