Der ehemalige FBI-Chef James Comey hat sich gestern in Alexandria (Virginia) vor Gericht eingefunden – nicht etwa als Zeuge in einem Krimi, sondern selbst auf der Anklagebank. Vorwurf: Der Mann soll den Kongress angelogen haben. Also… zum ersten Mal, dass das in Washington wirklich jemanden interessiert.
Comey: „Nicht schuldig, Euer Ehren“ – Trump: „Nicht vergessen, Euer Zorn!“
Sein Anwalt Patrick Fitzgerald bezeichnete die Anklagepunkte als haltlos – andere nannten sie gleich „politisch motiviert“, „erfunden“ oder schlicht „reines Trump-Kino“. Vor dem Gerichtsgebäude hielten Demonstrierende Plakate hoch wie bei einer Generalprobe für die Netflix-Doku „Wie man eine Demokratie rückabwickelt“.
Comey, der Anti-Trump-Klassiker
James Comey, 64 Jahre alt und Trumps Lieblings-Feindbild gleich nach Windrädern, ist seit Jahren als unbequemer Kritiker des Ex-Präsidenten bekannt. Besonders pikant: Die Anklage stammt aus dem Trump-nahen Justizministerium unter Leitung von Pam Bondi – die übrigens nicht nur Trumps Freundin ist, sondern auch seine langjährige Generalstaatsanwältin im War of Words.
Die Anklage: „Kongress behindert“, „Unwahrheiten verbreitet“ – klingt wie ein Bewerbungsgespräch fürs Kabinett.
Konkret wird Comey vorgeworfen, bei einer Kongressuntersuchung zur Russland-Affäre gelogen zu haben. Dabei ging es um Trumps berüchtigte Russland-Verbindungen und mutmaßliche Wahlkampfhilfe aus Moskau im Jahr 2016. Wer erinnert sich nicht an den Tweet: „Russia, if you’re listening…“? Spoiler: Russland hörte zu.
Trump, der Richter der Herzen
Donald Trump ließ die Gelegenheit natürlich nicht ungenutzt: Kurz vor der Anklageerhebung forderte er öffentlich „politische Aufarbeitung“ – eine elegante Umschreibung für das, was Kritiker schlicht „Rachefeldzug“ nennen. Dass das Justizministerium daraufhin gegen Comey aktiv wurde, ist laut Trump natürlich reiner Zufall. So wie sein Wunsch, politische Gegner im Gefängnis zu sehen, rein metaphorisch gemeint ist – oder?
Gerichtstermin: 5. Januar – gleich nach dem Neujahrsputz der Demokratie
Wenn alles nach Plan läuft, beginnt der Prozess Anfang Januar. Ob dann wirklich über Gesetzestreue oder politische Revanche geurteilt wird, bleibt offen. Für viele steht schon jetzt fest: Das Ganze riecht weniger nach Gerechtigkeit – und mehr nach House of Cards mit echtem Wetter.
Fazit:
James Comey kämpft vor Gericht um seine Freiheit – und Amerika schaut zu, wie eine der ältesten Demokratien der Welt mit politischem Theater experimentiert. Fortsetzung folgt. Natürlich.
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