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Chobani in der Kritik: Boykottaufrufe nach Partnerschaft mit Ivanka Trumps „Planet Harvest“

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Der US-Joghurthersteller Chobani sieht sich erneut mit einem Boykottaufruf konfrontiert. Grund ist eine neue Kooperation mit dem Unternehmen Planet Harvest, das 2023 von Ivanka Trump und Melissa Ackerman gegründet wurde. Ziel der Zusammenarbeit ist es, sogenannte „unperfekte“ Ernteerzeugnisse – zu klein, zu krumm oder nicht normgerecht – in die Lebensmittelproduktion einzubinden und damit Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Politik statt nur Joghurt
Während Chobani-Chef Hamdi Ulukaya die Partnerschaft in einem CNBC-Interview am 12. September als „Win-Win für Bauern, Umwelt und Konsumenten“ darstellte, reagierten viele Nutzerinnen und Nutzer in sozialen Netzwerken empört. Hauptkritikpunkt: Planet Harvest sei ein gewinnorientiertes Unternehmen.

Ein Instagram-Kommentar fasste die Skepsis so zusammen: „Sie verdienen Geld damit, das hat nichts mit Wohltätigkeit zu tun. Wer glaubt, hier würde uneigennützig den Farmern geholfen, sollte genauer hinsehen.“

Andere Stimmen machten die Zusammenarbeit vor allem an der Person Ivanka Trump fest. Für sie ist die Nähe zur Familie Trump politisch nicht akzeptabel – eine Nutzerin schrieb: „Es gibt Millionen bessere Wege, Food Waste zu bekämpfen, als mit einer Familie zu kooperieren, die wegen Missbrauchs von Non-Profit-Geldern verurteilt wurde.“

Planet Harvest – das Geschäftsmodell
Planet Harvest mit Sitz in Chicago kauft Landwirten komplette Ernten ab – auch jene Anteile, die normalerweise auf den Feldern liegen bleiben würden – und vermittelt diese weiter an Lebensmittelhersteller und Einzelhändler. In etwas mehr als einem Jahr habe das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits über eine Million Pfund Erdbeeren „gerettet“.

Ivanka Trump rechtfertigte die gewinnorientierte Struktur so: Nur als privatwirtschaftliches Modell sei es möglich, die nötigen Volumina und Investitionen zu bewegen, um den Effekt tatsächlich groß zu machen.

Chobani: Schon früher Ziel von Boykotten
Es ist nicht das erste Mal, dass Chobani mit Boykottaufrufen konfrontiert ist. 2016 hatten rechte Gruppen das Unternehmen attackiert, weil es gezielt Geflüchtete einstellte. Unternehmensgründer Ulukaya, selbst türkischstämmiger Migrant, hat mehrfach öffentlich erklärt, einen Großteil seines Vermögens für Flüchtlingshilfe einsetzen zu wollen.

Ein Balanceakt
Während die Kooperation mit Planet Harvest ökonomisch und ökologisch sinnvoll erscheinen mag, zeigt die Reaktion, wie stark politische Polarisierung in den USA auch Konsumverhalten beeinflusst. Für Chobani steht nun nicht nur die Frage im Raum, ob die Partnerschaft Food Waste reduziert, sondern auch, ob sie dem Image des Unternehmens langfristig schadet.

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