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Chinas Wirtschaft wächst stärker als erwartet – trotz Trumps Strafzölle und Immobilienkrise

mayns82 (CC0), Pixabay
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Trotz zunehmender wirtschaftlicher Spannungen mit den USA und anhaltender Probleme auf dem Immobilienmarkt hat Chinas Wirtschaft im zweiten Quartal 2025 stärker zugelegt als erwartet. Nach offiziellen Angaben wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 5,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – leicht über der Prognose von 5,1 %, aber unter dem Wert des Vorquartals.

Die robuste Entwicklung wird unter anderem auf staatliche Stützungsmaßnahmen sowie eine fragile Waffenruhe im Handelskonflikt mit den USA zurückgeführt. „Die Wirtschaft hat dem Druck standgehalten und sich trotz Herausforderungen stabil entwickelt“, teilte das chinesische Statistikamt mit.

Industrie als Wachstumstreiber

Besonders die Industrie trug mit einem Wachstum von 6,4 % maßgeblich zum Ergebnis bei – vor allem durch gestiegene Nachfrage nach 3D-Druckern, Elektrofahrzeugen und Industrierobotern. Auch der Dienstleistungssektor, zu dem Transport, Finanz- und Technologiedienstleistungen zählen, legte zu.

Allerdings trübten sich andere Indikatoren ein: Der Einzelhandel wuchs im Juni nur noch um 4,8 %, verglichen mit 6,4 % im Mai. Zudem sanken die Neubaupreise im Juni so stark wie seit acht Monaten nicht mehr – ein Zeichen dafür, dass sich der Immobiliensektor weiterhin in der Krise befindet, trotz staatlicher Unterstützungsmaßnahmen.

Zölle wirken noch nicht voll durch – aber Gefahr bleibt

Analysten hatten ursprünglich erwartet, dass die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle die chinesische Wirtschaft härter treffen würden. Doch laut dem Ökonomen Gu Qingyang von der National University of Singapore sei China „hochgradig widerstandsfähig“. Viele Unternehmen hätten frühzeitig Exporte vorgezogen, um potenziellen neuen Abgaben zuvorzukommen.

Langfristig könnte jedoch eine neue Eskalation drohen: Ein Handelskrieg mit gegenseitigen Zöllen von bis zu 145 % (USA) und 125 % (China) wurde vorerst nach Verhandlungen in Genf und London pausiert. Beide Seiten haben nun bis 12. August Zeit, eine dauerhafte Einigung zu erzielen.

Ausblick bleibt ungewiss

Für das Gesamtjahr bleibt das Wachstumsziel von rund 5 % erreichbar – doch nicht sicher. Während Peking bei Bedarf weitere Konjunkturprogramme auflegen könnte, warnt die Beratungsfirma Eurasia Group, dass das Wachstum auch unter 5 % fallen könnte. „Das absolute Minimum liegt bei 4 % – politisch wäre alles darunter schwer vermittelbar“, so Analystin Dan Wang.

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