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China wirft den USA „Doppelmoral“ bei Zollandrohungen vor

syafrani_jambe (CC0), Pixabay
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Die chinesische Regierung hat den Vereinigten Staaten „typische Doppelmoral“ vorgeworfen, nachdem Ex-US-Präsident Donald Trump eine zusätzliche 100-Prozent-Zollabgabe auf chinesische Waren angekündigt hatte.

Ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums erklärte am Montag, Peking erwäge „entschlossene Gegenmaßnahmen“, sollte Washington seine Drohungen umsetzen. China habe keine Angst vor einem möglichen Handelskrieg, betonte der Sprecher weiter.

Peking droht mit Gegenreaktion

Die Reaktion aus China folgte auf Trumps Äußerungen vom Freitag, in denen er Peking beschuldigt hatte, mit verschärften Exportkontrollen für Seltene Erden „sehr feindselig“ zu agieren und die Welt „gefangen zu halten“.

Trump drohte zudem, ein geplantes Treffen mit Präsident Xi Jinping später in diesem Monat abzusagen.

Nur zwei Tage später versuchte er auf seiner Social-Media-Plattform, die Spannungen herunterzuspielen. „Macht euch keine Sorgen um China, alles wird gut!“, schrieb Trump.

Er nannte Xi „einen hoch angesehenen Präsidenten“, der „nur einen schlechten Moment“ gehabt habe, und betonte, weder China noch die USA wollten eine Wirtschaftskrise.

Finanzmärkte reagieren empfindlich

Trumps widersprüchliche Aussagen sorgten weltweit für Verunsicherung an den Börsen.

Der US-Leitindex S&P 500 schloss am Freitag mit einem Minus von 2,7 % – dem stärksten Rückgang seit April.

Auch die Märkte in Asien reagierten: Der Shenzhen Composite Index verlor am Montag 0,74 %, der Hang Seng Index in Hongkong gab um 1,5 % nach.

Analysten befürchten, dass eine erneute Eskalation des Handelskonflikts zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt die globalen Lieferketten erneut belasten könnte.

Hintergrund: Zölle und Exportkontrollen

Bereits im Mai hatten sich die USA und China darauf geeinigt, ihre gegenseitigen dreistelligen Strafzölle zu reduzieren. Dennoch gelten weiterhin deutliche Handelsbarrieren:

  • US-Waren, die nach China exportiert werden, unterliegen derzeit 10 % Zoll,

  • während chinesische Produkte in den USA um 30 % teurer besteuert werden als zu Jahresbeginn.

Peking hatte vergangene Woche neue Exportbeschränkungen für Seltene Erden und andere Materialien angekündigt, die für die Herstellung moderner Technologien wie Smartphones, Solarzellen und Halbleiter unverzichtbar sind.

China kontrolliert rund 90 % der globalen Verarbeitungskapazitäten für diese Rohstoffe – eine strategische Position, die Peking zunehmend nutzt, um politischen Druck aufzubauen.

Chinas Kritik an US-Politik

In einer schriftlichen Stellungnahme warf das chinesische Handelsministerium den USA vor, seit Langem den Begriff der „nationalen Sicherheit“ zu missbrauchen und diskriminierende Exportbeschränkungen gegen China zu verhängen.

Der Sprecher verteidigte Pekings eigene Exportmaßnahmen als „normale Schritte zum Schutz der nationalen Sicherheit“ – nicht nur für China, sondern „für alle Nationen“.

Er sagte weiter:

„Die Androhung von Zöllen ist kein angemessener Weg, mit China zu verhandeln. Unsere Position war immer klar: Wir wollen keinen Zollkrieg, aber wir fürchten ihn auch nicht.“

Unklare Zukunft der Handelsgespräche

Ob das geplante Treffen zwischen Trump und Xi am Rande eines Gipfels in Südkorea Ende des Monats stattfinden wird, ist ungewiss. Beobachter sehen die jüngsten Aussagen auf beiden Seiten als Taktik zur Stärkung der jeweiligen Verhandlungspositionen vor möglichen neuen Gesprächen.

Wirtschaftsexperten warnen, dass eine Eskalation des Konflikts erhebliche Auswirkungen auf den globalen Handel, die Inflation und die Stabilität der Finanzmärkte haben könnte.

Fazit

Der Ton zwischen Washington und Peking verschärft sich erneut. Während Trump mit drastischen Zöllen droht, signalisiert China, dass es sich auf einen längeren wirtschaftlichen Konflikt vorbereitet – und dabei nicht zurückweichen will.

Für Beobachter steht fest: Der Handelsstreit zwischen den USA und China bleibt ein geopolitisches Risiko mit globaler Tragweite.

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