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China: Wachsende Repression gegen unabhängige christliche Kirchen

ridvan-selli (CC0), Pixabay
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In China hat sich der Druck auf nicht-staatlich anerkannte christliche Kirchen erneut verschärft. Die bekannte Protestantische Untergrundkirche Early Rain Covenant Church (ERCC) meldete, dass neun ihrer Mitglieder bei einer Razzia am Dienstag in Chengdu festgenommen wurden. Vier davon, darunter der Leiter Li Yingqiang und seine Ehefrau, befinden sich weiterhin in Haft.

Parallel dazu begannen Behörden in Wenzhou, einer Stadt mit besonders vielen Christen, mit dem Abriss des Kirchengebäudes der Yayang Church. Videos zeigen, wie Kräne und schweres Gerät Teile der Kirche zerstören. Die Menschenrechtsorganisation ChinaAid berichtet von Hunderten bewaffneter Polizisten, die das Gelände absichern, und einem massiven Vorgehen gegen Gläubige.

Bereits im Dezember wurden rund 100 Mitglieder der Yayang Church innerhalb weniger Tage festgenommen. Mindestens 24 Personen befinden sich weiterhin in Haft. Auch die Zion Church, eine der größten Untergrundkirchen Chinas, war im Oktober Ziel von Verhaftungen: 30 ihrer Leiter wurden in sieben Städten festgenommen, der Gründer Ezra Jin sitzt weiterhin ein.

Systematische Kontrolle durch die Kommunistische Partei

Chinas Regierung unter Staats- und Parteichef Xi Jinping führt seit Jahren eine umfassende Kampagne zur sogenannten „Sinisierung der Religionen“. Ziel ist, dass sich alle religiösen Gemeinschaften der Ideologie und Kontrolle der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) unterordnen. Staatlich nicht registrierte Kirchen gelten als Bedrohung.

„Die massive Mobilisierung gegen unabhängige Kirchen zeigt, dass Peking entschlossen ist, jede Form christlicher Organisation auszulöschen, die sich nicht der Parteidoktrin unterwirft“, erklärte Bob Fu von ChinaAid.

Globale Sorge um Religionsfreiheit

Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch fordern internationale Reaktionen. Yalkun Uluyol, China-Experte bei HRW, sagte:

„Regierungen und religiöse Führer weltweit sollten Druck auf China ausüben, die Verfolgung einzustellen und die Religionsfreiheit zu respektieren.“

Die ERCC, gegründet 2008, war bereits 2018 Ziel einer groß angelegten Verhaftungswelle. Ihr Gründer Pastor Wang Yi wurde zu neun Jahren Haft verurteilt und sitzt noch bis 2027 im Gefängnis. Trotzdem hält die Gemeinde online weiter Gottesdienste ab – oft mit aufgezeichneten Predigten ihres inhaftierten Pastors.

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