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China geht gegen protestantische „Untergrundkirche“ vor – Gründer Jin Mingri festgenommen

13smok (CC0), Pixabay
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In China hat die Polizei den Gründer einer bekannten protestantischen „Untergrundkirche“ festgenommen. Jin Mingri, Gründer der sogenannten Kirche von Zion, wurde laut einem von der Nachrichtenagentur AFP eingesehenen Haftbefehl wegen des „Verdachts der illegalen Nutzung von Informationsnetzwerken“ verhaftet. Der Vorwurf bezieht sich offenbar auf die Online-Verbreitung religiöser Inhalte ohne staatliche Genehmigung.

Jin wurde am Freitag in seinem Haus in der südchinesischen Region Guangxi festgenommen. Mehrere Pastoren aus anderen Städten wurden ebenfalls verhaftet, vier davon später wieder freigelassen. Nach Angaben der Kirche drohen Jin und mindestens sechs weiteren Geistlichen Strafen wegen der „illegalen Verbreitung religiöser Informationen über das Internet“. Die Polizei habe bei Hausdurchsuchungen Computer und Mobiltelefone beschlagnahmt.

Jins Tochter Grace Jin sprach von einer „offensichtlichen Attacke auf die religiöse Freiheit“. Auch international sorgte der Fall für Kritik. Die US-Regierung verurteilte die Festnahmen scharf und forderte die „sofortige Freilassung“ der Betroffenen. Außenminister Marco Rubio erklärte, der Vorfall zeige erneut, wie „feindselig“ die Kommunistische Partei gegenüber Christen sei, die sich der staatlichen Kontrolle entziehen und in nicht registrierten Hauskirchen beten.

Das chinesische Außenministerium wies die Kritik aus Washington zurück. Sprecher Lin Jian sagte, ihm sei der konkrete Fall nicht bekannt, betonte jedoch, dass China „jede Einmischung in seine inneren Angelegenheiten unter dem Vorwand religiöser Fragen entschieden ablehne“.

Die „Kirche von Zion“ wurde 2007 in Peking gegründet und zählt heute rund 1.500 Mitglieder. Obwohl die Behörden die Kirche 2018 offiziell auflösten, setzte sie ihre Arbeit fort – unter anderem über Videokonferenzen und kleinere Versammlungen in mehr als 40 Städten.

Die chinesische Verfassung garantiert zwar Religionsfreiheit, doch in der Praxis wird diese stark eingeschränkt. Nur staatlich registrierte Kirchen dürfen offiziell Gottesdienste abhalten, während sogenannte Hauskirchen regelmäßig ins Visier der Behörden geraten.

Mit der Verhaftung Jins sendet Peking nun ein deutliches Signal: Unabhängige religiöse Strukturen, die sich außerhalb der Kontrolle der Partei bewegen, sollen offenbar systematisch unterdrückt werden.

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