Die italienische Influencerin und Unternehmerin Chiara Ferragni ist vom Mailänder Gericht vom Vorwurf des schweren Betrugs freigesprochen worden. Auch zwei Mitangeklagte wurden in dem Fall entlastet. Die Staatsanwaltschaft hatte der 36-Jährigen vorgeworfen, ihre Millionen Followerinnen und Follower mit irreführenden Werbeaktionen getäuscht zu haben.
Konkret ging es um eine Kampagne aus dem Jahr 2022, bei der Ferragni für einen Kuchen namens „Pink Christmas“ warb. Der Eindruck wurde erweckt, dass ein erheblicher Teil der Verkaufserlöse – der Kuchen kostete neun Euro – einer Kinderkrebsstation in Turin zugutekommen würde. Doch obwohl über 360.000 Stück verkauft wurden, erhielt das Krankenhaus laut Ermittlungen keinen Cent.
Auch bei einer ähnlichen Aktion mit Ostereiern soll Ferragni laut Wettbewerbsbehörde intransparente Angaben gemacht haben. Diese verhängte ein Bußgeld von einer Million Euro, das Ferragni bezahlte. Zudem spendete sie zwei Millionen Euro an eine gemeinnützige Organisation. Sie sprach später von einem „Kommunikationsfehler“ und entschuldigte sich öffentlich.
Das Gericht stellte nun fest, dass es sich zwar grundsätzlich um Betrug handelte, dieser jedoch nicht unter erschwerenden Umständen stattgefunden habe – ein Freispruch war die Folge.
Die Folgen des Skandals für Ferragni waren dennoch spürbar: Zahlreiche Werbepartner zogen sich zurück, und auf Social Media verlor sie Hunderttausende Follower. In einer ersten Reaktion zeigte sie sich nun erleichtert: „Ein Alptraum ist vorbei. Ich bin sehr glücklich, mein Leben zurückzubekommen.“
Ferragni, eine der bekanntesten Influencerinnen Europas, war bis 2023 mit dem Rapper Fedez verheiratet. Das Paar trennte sich kurz nach Beginn der Affäre. Gemeinsam haben sie zwei Kinder.
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