Der einflussreiche Hollywood- und Sportagent Casey Wasserman hat angekündigt, seine gleichnamige Talentagentur zum Verkauf zu stellen. Hintergrund sind neue Enthüllungen aus Unterlagen des US-Justizministeriums im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
In einem internen Schreiben an die Mitarbeiter seiner Agentur, das CNN vorliegt, erklärte Wasserman, er sei inzwischen zu einer „Belastung“ für die Arbeit des Unternehmens geworden. Deshalb habe er den Verkaufsprozess eingeleitet, der bereits laufe.
Wasserman, der auch Vorsitzender des Organisationskomitees der Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles ist, geriet zuletzt zunehmend unter Druck. Aus den veröffentlichten Akten geht hervor, dass er engeren Kontakt zu Epsteins Vertrauter Ghislaine Maxwell hatte als bislang bekannt. Maxwell wurde 2021 wegen Sexhandels zu 20 Jahren Haft verurteilt. Epstein hatte sich 2019 in Untersuchungshaft das Leben genommen.
Den Dokumenten zufolge reiste Wasserman mit Epsteins Flugzeug und tauschte Nachrichten mit Maxwell aus. Strafrechtliche Vorwürfe gegen ihn gibt es jedoch nicht.
In seinem Memo betonte Wasserman, es habe sich lediglich um „begrenzte Kontakte“ gehandelt. Diese hätten Jahre vor Bekanntwerden der Verbrechen stattgefunden und umfassten eine humanitäre Reise nach Afrika im Jahr 2002 sowie einige E-Mails, die er heute zutiefst bereue.
Nach Veröffentlichung der Unterlagen trennten sich mehrere Künstler von seiner Agentur, darunter die Musikerinnen und Musiker Chappell Roan, Orville Peck und Weyes Blood. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen übten auch Investoren Druck auf Wasserman aus, Konsequenzen zu ziehen.
Bereits zuvor hatte Wasserman erklärt, er habe weder eine persönliche noch eine geschäftliche Beziehung zu Epstein unterhalten. Die Reise 2002 sei im Rahmen einer Delegation der Clinton Foundation erfolgt.
Mit dem geplanten Verkauf reagiert Wasserman nun auf die wachsende Kritik und die wirtschaftlichen Folgen der Affäre.
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