Es klingt fast wie eine Szene aus einem dystopischen Sci-Fi-Film: 163 chinesische Arbeiter werden auf einer Baustelle in Brasilien „entdeckt“ – als wären sie ein verlorener Schatz und nicht Menschen aus Fleisch und Blut. Die brasilianischen Behörden haben sie kurzerhand als Opfer von Menschenhandel eingestuft. BYD und die zuständige Jinjiang Group hingegen widersprechen. Natürlich, denn wer gibt schon gerne zu, dass „Build Your Dreams“ offenbar auch für den Traum von modernen Arbeitsbedingungen eine Pause einlegt?
Hotelfrühstück statt Baustellenbrötchen
Großzügig boten die Unternehmen an, die Arbeiter vorerst in Hotels unterzubringen – man gönnt sich ja sonst nichts. Dass dies weniger eine noble Geste ist und mehr dem Umstand geschuldet scheint, dass Menschenhandel und sklavenähnliche Zustände selbst in Brasilien schlecht fürs Image sind, bleibt dabei natürlich unausgesprochen.
„Sklavenähnlich“ oder einfach nur Pech im Arbeitsvertrag?
Jinjiang Group beeilt sich, die Vorwürfe zu entkräften: Sklavenähnliche Bedingungen? Pah, das sei doch sicher nur ein kulturelles Missverständnis. Schließlich versteht man unter „harter Arbeit“ ja in jeder Sprache etwas anderes. Und dass 163 Arbeiter sich auf einer Baustelle wie festgeklebt wiederfanden, ist vermutlich eher ein logistisches Problem als ein moralisches.
BYD: Ein Weltkonzern mit globalem Fokus
BYD, der Elektroautohersteller mit dem charmanten Slogan „Build Your Dreams“, hat sich in Rekordzeit zu einem der führenden Anbieter von Elektrofahrzeugen entwickelt. Man könnte fast meinen, dass auch die Arbeitskräfte in Bahia diese Träume mitbauen sollen – nur eben unter Bedingungen, die mehr nach Albtraum als nach Zukunft klingen.
Europa, wir kommen!
Interessanterweise plant BYD gerade den Bau einer Fabrik in Ungarn. Vielleicht ein Grund für Europa, genau hinzusehen, wie es um das Wohl der Belegschaft bestellt ist. Denn wer möchte schon, dass der Traum von Elektroautos durch einen bitteren Beigeschmack getrübt wird? Aber keine Sorge, BYD findet sicher eine Erklärung – oder zur Not ein Hotelzimmer.
Fazit: Während BYD an einer grünen Zukunft bastelt, bleibt bei der Frage nach sozialen Standards offenbar einiges auf der Strecke. Aber hey, Hauptsache die Batterien sind nachhaltig – irgendetwas muss ja glänzen.
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