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Bürokratie oder Säuberung? Trump-Administration verlangt wöchentliche Arbeitsberichte von Bundesangestellten

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Die Trump-Administration sorgt erneut für Unruhe unter den US-Bundesangestellten: Mitarbeiter mehrerer Regierungsbehörden wurden angewiesen, ihre wöchentlichen Arbeitsleistungen in Form von fünf Bulletpoints zu dokumentieren – eine Anweisung, die nun zur Pflicht wird.

Die Direktive, die am Freitagabend per E-Mail an zahlreiche Bundesbehörden verschickt wurde, betrifft unter anderem die Sozialversicherungsbehörde (SSA), das Bildungsministerium, die Veteranenbehörde, das Personalmanagementbüro (OPM), die Verbraucherschutzbehörde (CFPB), die Gefängnisbehörde (BOP) und die General Services Administration (GSA). Die Nachrichten kamen meist von einer neuen HR-Adresse des OPM und tragen den Titel „What did you do last week? Part II“.

Von Chaos zu Kontrolle: Der zweite Anlauf der Berichtspflicht

Bereits eine Woche zuvor hatte die Trump-Regierung eine ähnliche Anfrage an über zwei Millionen Bundesangestellte gesendet – damals ohne Vorwarnung und mit widersprüchlichen Anweisungen. Elon Musk, der als enger Berater Trumps auftritt, hatte auf X (vormals Twitter) sogar gewarnt: „Wer nicht antwortet, wird als zurückgetreten betrachtet.“

Während einige Behörden, darunter das FBI und das Verteidigungsministerium, ihre Mitarbeiter angewiesen hatten, nicht auf die E-Mail zu reagieren, gab es in anderen Behörden Unsicherheit. Erst wenige Stunden vor Ablauf der Frist stellte das OPM klar, dass die Teilnahme freiwillig sei.

Nun scheint sich der Kurs geändert zu haben: Die wöchentliche Berichterstattung soll ab sofort Pflicht sein. Pentagon-Chef Pete Hegseth wies alle zivilen Angestellten des Verteidigungsministeriums an, der Anweisung zu folgen – eine deutliche Abkehr von der bisherigen Zurückhaltung des DoD.

Musk: „Sind die Leute echt? Sind sie überhaupt noch am Leben?“

Die Hintergründe der Maßnahme bleiben unklar. Offiziell wird die Berichterstattung als „Pulse-Check-Review“ bezeichnet und nicht als Performance-Bewertung. Elon Musk behauptete während Trumps erstem Kabinettstreffen, es gehe darum, herauszufinden, ob „auf der Gehaltsliste des Staates Tote stehen oder fiktive Personen, die Schecks kassieren“.

Trump selbst äußerte sich weniger diplomatisch: „Die eine Million, die nicht geantwortet hat, steht auf der Kippe. Vielleicht sind sie nicht mehr da, vielleicht haben sie andere Jobs, vielleicht sind sie umgezogen – wir wissen es nicht.“

Kritik und Sorgen unter Bundesangestellten

Innerhalb der Bundesbehörden wächst die Besorgnis. Gewerkschaften und Mitarbeiter befürchten eine versteckte „Säuberung“ der Bundesverwaltung, bei der Beamte, die als unliebsam gelten oder nicht mit der Administration kooperieren, gezielt entlassen werden könnten.

Die wöchentliche Dokumentationspflicht könnte zudem zu einem massiven bürokratischen Mehraufwand führen, der Effizienz eher verringert als steigert. Kritiker werfen der Trump-Regierung vor, mit der Maßnahme ein Klima der Angst zu schaffen und Loyalitätstests einzuführen.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich der Widerstand gegen diese Praxis formiert – oder ob das „Pulse-Check-Review“ tatsächlich zum neuen Standard in der US-Bundesverwaltung wird.

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