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Britische Inflation steigt auf 3,8 Prozent

RGY23 (CC0), Pixabay
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Die Verbraucherpreise in Großbritannien sind im Juli deutlich gestiegen und haben mit einer Teuerungsrate von 3,8 Prozent den höchsten Stand seit Anfang 2023 erreicht. Im Vormonat Juni hatte die Inflation noch bei 3,6 Prozent gelegen, wie das britische Statistikamt ONS (Office for National Statistics) am Mittwoch mitteilte.

Damit verzeichnet das Vereinigte Königreich unter den großen westlichen Industrienationen aktuell die höchste Inflationsrate. Zum Vergleich: In der Eurozone lag die Teuerung zuletzt bei rund 2,5 Prozent, in den USA bei 2,9 Prozent.

Treiber: Dienstleistungen und anhaltender Preisdruck

Besonders stark verteuerte sich der Dienstleistungssektor, der für Großbritannien von zentraler Bedeutung ist. Die Preise stiegen hier im Juli um 5,0 Prozent – nach 4,7 Prozent im Juni. Vor allem höhere Kosten in den Bereichen Gastronomie, Freizeit und Versicherungen sorgten für Auftrieb. Auch Transport- und Gesundheitsdienstleistungen trugen überdurchschnittlich zum Anstieg bei.

Die Kerninflation – also ohne Energie und Nahrungsmittel – bleibt damit auf einem Niveau, das Ökonomen Sorgen bereitet. Analysten hatten im Vorfeld mit einem etwas geringeren Anstieg gerechnet, was zeigt, dass der Preisdruck hartnäckiger bleibt als erwartet.

Herausforderungen für die Bank of England

Für die Bank of England (BoE) ist die Entwicklung eine schwierige Nachricht. Zwar liegt die Teuerung mittlerweile wieder deutlich unter den zweistelligen Rekordwerten aus dem Jahr 2022, das Inflationsziel der Notenbank von 2,0 Prozent ist aber weiterhin klar verfehlt.

Ökonomen rechnen deshalb damit, dass die BoE vorsichtiger bei möglichen Zinssenkungen agieren wird. Die Märkte hatten zuletzt auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik spekuliert. Der erneute Anstieg der Inflation könnte diese Erwartungen jedoch dämpfen.

Belastung für Verbraucher und Wirtschaft

Für Verbraucher bedeutet die Entwicklung anhaltenden Kaufkraftverlust. Viele Haushalte kämpfen weiterhin mit hohen Lebenshaltungskosten, die in den letzten Jahren durch Energie- und Nahrungsmittelpreise massiv belastet wurden. Zwar haben sich die Energiepreise inzwischen stabilisiert, doch Mieten, Dienstleistungen und alltägliche Ausgaben steigen weiter.

Auch die Wirtschaft leidet: Unternehmen sehen sich steigenden Kosten gegenüber, die sie teils an Kunden weitergeben, teils aber auch selbst tragen müssen. Das schwächt die Investitionsbereitschaft und könnte das ohnehin schwache Wachstum der britischen Wirtschaft zusätzlich belasten.

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