Die wirtschaftliche Lage Russlands sowie der Zustand des Staatshaushalts sind nach Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes (BND) deutlich schlechter als von der russischen Regierung dargestellt. „Russland versucht, durch geschönte Zahlen die tatsächlichen Kosten seines Angriffskrieges gegen die Ukraine zu verschleiern“, erklärte der deutsche Auslandsgeheimdienst in einem Beitrag auf der Plattform LinkedIn.
Nach Angaben des BND liegt das reale Defizit des russischen Staatshaushalts für das Jahr 2025 um mehr als 2,36 Billionen Rubel (rund 26,2 Milliarden Euro) höher als offiziell ausgewiesen. Die Einschätzung stützt sich auf nachrichtendienstliche Erkenntnisse; eine unabhängige Überprüfung der Zahlen ist nicht möglich.
Wirtschaftliche Entwicklung überwiegend negativ
Dem BND zufolge zeigen inzwischen nahezu alle Bereiche der russischen Wirtschaft eine negative Entwicklung. Neben den Auswirkungen westlicher Sanktionen hätten auch deutlich gesunkene Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft die Staatsfinanzen belastet.
Die russische Führung nehme die steigenden Kosten des Krieges jedoch bewusst in Kauf. Laut BND könnten die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts noch über Jahre hinaus spürbar bleiben.
Weitere Sanktionen könnten Druck erhöhen
Der deutsche Nachrichtendienst hält zusätzliche Sanktionen für ein mögliches Mittel, um den wirtschaftlichen Druck auf Russland weiter zu erhöhen. Als mögliche Maßnahmen nennt der BND unter anderem Sanktionen gegen Staaten und Unternehmen, die Russland unterstützen, sowie gegen die sogenannte „Schattenflotte“, über die russisches Öl trotz bestehender Sanktionen transportiert wird.
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