In Ecuador ist es erneut zu einem schweren Gewaltausbruch in einem Gefängnis gekommen. Nach Angaben der nationalen Gefängnisaufsichtsbehörde kamen 17 Häftlinge ums Leben, als es in der Haftanstalt der Küstenstadt Esmeraldas zu einem Aufstand unter Insassen kam. Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass es sich dabei um eine gezielte Attacke handelte.
Häftlinge lockten Wachpersonal weg
Nach ersten Erkenntnissen hatten die Angreifer das Wachpersonal mit einem falschen Alarm in eine andere Zone der Haftanstalt gelockt. Die kurze Abwesenheit nutzten sie, um andere Gefangene zu attackieren. Ziel sei es gewesen, Mitglieder rivalisierender Banden zu töten, hieß es von den Behörden.
Gewalt in Ecuadors Gefängnissen
Die Gefängnisse in Ecuador gelten seit Jahren als Epizentren der Gewalt. Immer wieder kommt es dort zu Aufständen, Massakern und Kämpfen zwischen verfeindeten Banden, die teils internationale Verbindungen haben – insbesondere zum Drogenhandel.
Seit 2021 sind in Ecuadors Haftanstalten nach offiziellen Angaben mehrere Hundert Menschen bei Gefechten ums Leben gekommen. Auch die Überbelegung der Gefängnisse sowie die oft schwache Kontrolle durch das Wachpersonal begünstigen die blutigen Auseinandersetzungen.
Regierung unter Druck
Präsident Daniel Noboa hatte zu Beginn des Jahres einen nationalen Notstand über die Gefängnisse verhängt und die Armee in den Haftanstalten eingesetzt. Dennoch reißen die Gewaltexzesse nicht ab. Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Langem, dass die Gefängnisse von der Regierung faktisch der Kontrolle durch kriminelle Gruppen überlassen wurden.
Eskalation ohne Ende?
Der jüngste Vorfall in Esmeraldas zeigt erneut, wie fragil die Lage ist. Trotz massiver Sicherheitsmaßnahmen gelingt es rivalisierenden Banden immer wieder, ihre Machtkämpfe auch hinter Gittern br
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