Am 28. November 2025 ist es wieder so weit: Der Black Friday verwandelt Innenstädte und Online-Shops in Schauplätze eines weltweiten Kaufrauschs. Milliardenumsätze werden erwartet, und schon Wochen im Voraus locken Händler mit aggressiven Werbekampagnen, blinkenden Preisetiketten und Versprechen gigantischer Rabatte. Doch die entscheidende Frage lautet: Profitieren wirklich die Kunden – oder am Ende doch nur der Handel?
Milliardenumsätze für Händler – aber oft nur Mini-Rabatte für Verbraucher
Der Black Friday gilt als Umsatzgarant. Viele Unternehmen erwirtschaften an diesem Tag mehr als an jedem anderen im Jahr. Vor allem Elektronik, Mode und Haushaltsgeräte stehen im Mittelpunkt der Rabattaktionen.
Doch Verbraucherschützer warnen: Viele Preisnachlässe sind weniger spektakulär, als sie scheinen. Untersuchungen von Vergleichsportalen zeigen regelmäßig, dass der tatsächliche Preisvorteil bei vielen Angeboten deutlich geringer ist als die beworbenen „bis zu 70 Prozent“. Oft dienen vorher künstlich angehobene Preise als Grundlage, um höhere Rabatte vorzutäuschen.
Ein Beispiel: Ein Fernseher, der Anfang November 899 Euro kostet, wird kurz vor dem Black Friday auf 999 Euro angehoben – und dann mit „30 % Rabatt – jetzt 699 Euro!“ beworben. Tatsächlich beträgt die reale Ersparnis nur rund 22 Prozent, nicht 30.
Verkaufspsychologie: Wie Händler mit Druck und Emotion arbeiten
Hinter dem Black Friday steckt ein ausgeklügeltes System aus psychologischen Verkaufsstrategien. Zeitlich begrenzte Angebote, Countdown-Zähler, die Anzeige „Nur noch 3 Stück verfügbar“ oder das Schlagwort „nur heute gültig“ sollen Verbraucher emotional binden und zu spontanen Käufen verleiten.
Diese Mechanismen erzeugen das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn man nicht sofort zuschlägt. Händler nutzen gezielt die menschliche Furcht vor dem „verpassten Deal“ – die sogenannte FOMO (Fear of Missing Out).
Wie man echte Schnäppchen erkennt
Wer wirklich sparen will, sollte sich vorab informieren und vergleichen. Hier einige praktische Tipps:
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Preisentwicklung prüfen: Seiten wie idealo.de oder geizhals.de zeigen, wie sich der Preis eines Produkts über Wochen oder Monate verändert hat.
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Realistische Rabatte erkennen: Echte Ersparnisse liegen meist zwischen 10 und 30 Prozent. Alles darüber sollte kritisch geprüft werden.
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Nicht jedem Countdown glauben: Viele Angebote laufen nach Ablauf des Timers einfach weiter oder tauchen am nächsten Tag erneut auf.
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Garantie und Rückgabe beachten: Einige Sonderangebote sind von Rückgabe oder Umtausch ausgeschlossen – ein Nachteil, den viele erst nach dem Kauf bemerken.
Die Kehrseite des Kaufrauschs
Neben übertriebenen Rabattversprechen gibt es auch eine ökologische und soziale Schattenseite. Die massive Kaufwelle erzeugt mehr Verpackungsmüll, Rücksendungen und CO₂-Emissionen. Besonders der Onlinehandel steht in der Kritik, da viele Produkte nach dem Rückversand vernichtet statt wiederverkauft werden.
Verbraucherschützer appellieren daher: Wer nachhaltig handeln will, sollte überlegen, ob der Kauf wirklich notwendig ist – oder nur dem kurzfristigen Schnäppchenreiz folgt.
Fazit: Der kluge Konsument profitiert – der Impulskäufer zahlt drauf
Der Black Friday 2025 wird wieder Rekorde brechen – für Händler, Werbetreibende und Logistikunternehmen. Doch nicht jedes Angebot ist ein Gewinn für den Verbraucher. Wer Preise beobachtet, Geduld beweist und Emotionen außen vor lässt, kann echte Schnäppchen finden.
Für alle anderen gilt: Der größte Rabatt ist der, den man erzielt, wenn man sein Geld einfach behält.
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