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Biogas mit Risiko: Warum Anleger bei Dreifert Biogasanlagen genau hinschauen sollten

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Nachhaltige Energie trifft auf Renditeversprechen: Die Dreifert Biogasanlagen in Siegen bieten privaten Investoren eine Reihe von Kapitalanlagen mit vermeintlich stabilen Zinserträgen – darunter Genussrechte, stille Beteiligungen, Nachrangdarlehen, Anleihen und grundbesicherte Darlehen. Mit Renditen ab 4,5 % bis 6,5 % p.a. sollen Anleger überzeugt werden. Doch so verlockend die Zahlen klingen: Die Risiken sind erheblich – und reichen bis zum Totalverlust.

🔎 Was wird angeboten?

Insgesamt bietet das Unternehmen unter Leitung von Hendrik Dreifert ein Investitionspaket von rund 5,5 Millionen Euro an, verteilt auf verschiedene Beteiligungsformen. Die gängigsten Merkmale dieser Anlagen:

Anlageform Laufzeit Verzinsung p.a. Mindestanlage Rückzahlung Risiko
Genussrechte 7 Jahre ab 6,5 % 10.000 € Buchwert Totalverlust möglich
Stille Beteiligung 5 Jahre ab 5 % 20.000 € Buchwert Totalverlust möglich
Namensschuldverschreibung 5 Jahre 5 % 10.000 € Nominalwert Insolvenzrisiko
Grundbuchbesichertes Darlehen 5 Jahre 5 % 20.000 € Rückzahlung gesichert* abhängig von Werthaltigkeit
Nachrangdarlehen 4 Jahre 4,5 % 5.000 € nur nachrangig höchstes Verlustrisiko

* Grundbuchbesicherung kann Risiken reduzieren, ersetzt aber keine Due Diligence.

⚠️ Warum Genussrechte & stille Beteiligungen so riskant sind

Viele der angebotenen Beteiligungsformen – insbesondere Genussrechte und stille Beteiligungen – gelten als unternehmerische Beteiligungen mit voller Haftung des investierten Kapitals. Das bedeutet:

  • Keine Einlagensicherung: Anders als bei Banken sind diese Anlagen nicht geschützt.

  • Verlustbeteiligung: Anleger partizipieren am Unternehmensgewinn – aber auch am Verlust.

  • Rückzahlung ungesichert: Die Rückzahlung erfolgt zum Buchwert nur, wenn das Unternehmen ausreichend Eigenkapital hat.

  • Kein Mitspracherecht: Trotz Kapitalbeteiligung kein Einfluss auf Unternehmensentscheidungen.

  • Totalverlustrisiko: Bei wirtschaftlichen Problemen, Projektverzögerungen oder Insolvenz kann das gesamte investierte Geld verloren gehen.

🧮 Rechenbeispiel für Genussrechte

Ein Anleger investiert 20.000 € in Genussrechte bei Dreifert Biogasanlagen.

  • Versprochene Grunddividende: 5,5 % p.a. → 1.100 € jährlich (nur bei Gewinn!)

  • Überschussdividende: anteilig aus 15 % des Jahresüberschusses

  • Laufzeit: mindestens 7 Jahre, Kündigung erst mit 2 Jahren Vorlauf zum Geschäftsjahresende

  • Worst Case: Bei Verlust oder Insolvenz erhält der Anleger gar nichts zurück.


📜 Keine Prospektpflicht – keine BaFin-Prüfung

Alle Angebote unterliegen der sogenannten „Small-Capital-Ausnahme“ nach dem Vermögensanlagengesetz (§ 2 Abs. 1 Nr. 3a). Bedeutet:

  • Kein genehmigter Verkaufsprospekt

  • Keine Bilanzveröffentlichungspflicht

  • Keine Aufsicht durch die BaFin

  • Max. 20 Anleger pro Beteiligungsmodell

Das reduziert die Transparenz drastisch. Anleger investieren auf Basis von Vertrauensvorschüssen, ohne geprüfte Faktenlage. Dies mag bei börsennotierten Unternehmen undenkbar sein – bei Small-Capital-Emissionen ist es gesetzlich erlaubt.

Fazit: Grünes Investment mit roter Warnlampe

Biogasanlagen gelten grundsätzlich als nachhaltige, zukunftsfähige Investitionen – doch der ökologische Nutzen ersetzt keine wirtschaftliche Prüfung. Die Beteiligungen bei Dreifert Biogasanlagen richten sich klar an Anleger mit hoher Risikotoleranz. Wer sich engagiert, sollte bereit sein, das investierte Kapital im schlimmsten Fall vollständig abzuschreiben.

📌 Geeignet für:

  • Erfahrene Anleger mit Risikobereitschaft

  • Investoren mit Zugang zu unabhängiger rechtlicher und finanzieller Beratung

  • Personen, die Diversifikation bereits anderweitig abgedeckt haben

Nicht geeignet für:

  • Anleger mit Sicherheitsfokus oder begrenztem Kapital

  • Personen ohne Fachwissen in Unternehmensbeteiligungen

  • Altersvorsorgezwecke oder Existenzsicherung

🔔 Anlegerschutz-Tipp:
Lassen Sie sich nicht allein von attraktiven Zinssätzen leiten. Holen Sie eine unabhängige Bewertung ein, prüfen Sie die Bonität und Transparenz der Emittentin – und investieren Sie nur Kapital, dessen Verlust Sie emotional und finanziell verkraften können.

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