Zum 42. Mal haben Wiens Fiaker, Taxifahrer, Gärtner und Floristen ihren Schutzpatron, den Heiligen Fiacrius, gefeiert. Am Dienstag zogen die Berufsvertreter feierlich in den mit Blumen geschmückten Stephansdom ein, wo Dompfarrer Toni Faber die Messe leitete. „Fiacrius hat alles zum Blühen gebracht“, erinnerte er in seiner Predigt an die Legende des Heiligen.
Der irische Einsiedler Fiacrius gründete im 7. Jahrhundert ein Kloster in Frankreich und soll der Überlieferung nach mit seinem Stab einen Wald zum Erblühen gebracht haben. In Paris wurde später eine Kirche nach ihm benannt – aus derselben Straße heraus entstanden im 17. Jahrhundert die ersten Mietkutschen, die ihren Namen „Fiaker“ bis nach Wien trugen.
Seit 1670 prägen Fiaker das Bild der Hauptstadt, um 1900 fuhren über 1.000 Gespanne. Heute pflegen sie eine enge Verbindung zum Stephansdom, an dessen Nordseite ihr wichtigster Standplatz liegt. Faber betonte die „friedliche Beziehung“ zwischen Dom und Kutschern, „besonders seit die Rossknödel nicht mehr auf dem Platz zu finden sind“.
Besonderes Augenmerk galt in diesem Jahr 23 Kindern einer Wiener Heimstätte, die nach der Messe zu einem Gratisbesuch in den Prater eingeladen wurden. Zudem erhielten Passanten und Kirchenbesucher Blumensträuße – auch der Dompfarrer selbst. „Traditionen lebendig zu halten, ist wichtig“, erklärte der Innungsmeister der Gärtner und Floristen, Rudolf Eipeldauer.
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