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Benko vor Gericht: Krida-König will Hauptstadtbühne

geralt (CC0), Pixabay
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Der Signa-Gründer Rene Benko, einst Glamour-Mogul mit Hang zur Altbau-Renovierung und Kreditstreckung, hat nun ganz offiziell einen Termin beim österreichischen Strafjustizsystem – oder zumindest bald. Die erste Anklage der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gegen ihn ist durch, seine Anwälte winken sie durch wie ein Türsteher Promis im Nachtclub. Rechtskräftig. Willkommen im echten Leben.

360.000 Euro Miete? Sorry, war grad keine Liquidität da.

Der Vorwurf? Benko soll in allerbester „Alles wird schon gut“-Manier Vermögen verschwinden lassen haben, während seine Firmenwelt wie ein Kartenhaus unter Schneelast zusammenbrach. Ein paar Hunderttausend Euro an Vorauszahlungen – einfach mal nicht erwähnt. Eine Schenkung von 300.000 Euro an Verwandte – unter der Dusche entschieden, offenbar. Alles angeblich zu einem Zeitpunkt, als die Zahlungsunfähigkeit schon so offensichtlich war wie das Marmordekor in der Lobby eines Signa-Projekts.

Fachbegriff: Betrügerische Krida.
Laienbegriff: „Du kannst dir das Geld eh abschminken, lieber Gläubiger.“

Haft in Wien, Herz in Tirol – aber bitte Verhandlung mit Hauptstadtflair

Weil Innsbruck zwar schön, aber zu provinziell fürs große Justizdrama ist, beantragte Benkos Anwalt, das Ganze doch bitte nach Wien zu verlegen. Schließlich ist der Herr gerade dort in Untersuchungshaft – und ein bisschen medienwirksamer wäre der Auftritt vor dem Landesgericht Wien sowieso. Ein Gerichtssaal mit mehr Blitzlichtgewitter, mehr Anzugträgern und einem Justizpalast, der dem Ego gerecht wird.

Ein Prozess – zwölf Baustellen

Diese Anklage ist nur die erste Fliese im bröckelnden Fliesenspiegel der Signa-Pleite. Die WKStA hat ein Dutzend Verfahren am Laufen – von Luxusvillen bis Förderungsmissbrauch, vom Geldkarussell bis zum Gardasee. Man weiß gar nicht, ob man noch einen Strafrechtler oder schon einen Archäologen braucht, um durch diese Firmenkonstruktionen zu steigen.

Der Gesamtschaden? Rund 300 Millionen Euro. Das ist in Benko-Währung ungefähr ein halbes „Wohnen am Belvedere“-Penthouse mit Aussicht auf das Verschwinden von Geldern.


Fazit:

Rene Benko, der Mann, der gerne die Schwerkraft der Insolvenz ignorierte, steht jetzt vor dem wohl einzigen Projekt, das er nicht outsourcen kann: Ein Strafprozess – live und in Farbe.

Noch keine Termine. Aber ganz sicher: keine VIP-Lounge.

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