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Belgische Justiz ermittelt: NATO-Beschaffung – oder doch ein kleines lukratives Nebengeschäft?

daniel_diaz_bardillo (CC0), Pixabay
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Die belgische Justiz hat mal wieder richtig was zu tun: Diesmal geht es nicht um Schokoladen-Schmuggel oder die Frage, warum Pommes hier besser schmecken als sonst irgendwo. Nein, diesmal geht’s um richtig harte Geschütze – im wahrsten Sinne des Wortes.

Offenbar haben Mitarbeitende der NATO-Beschaffungsagentur (NSPA) in Luxemburg eine kreative Lösung gefunden, um ihr Gehalt ein bisschen aufzubessern: Warum nicht einfach mal vertrauliche Informationen an Rüstungsunternehmen weitergeben? Schließlich weiß jeder, dass gute Tipps Gold wert sind – oder eben Millionenbeträge.

Drohnen, Munition und ein bisschen Geheimniskrämerei

Die belgische Staatsanwaltschaft hat gestern offiziell verkündet, dass sie gegen diese mutmaßlichen Nebenerwerbsaktivitäten vorgeht. Es geht um den Verdacht, dass gewisse Insider-Infos nicht nur in der Kantine ausgetauscht wurden, sondern direkt in die Hände von Rüstungsfirmen wanderten. Dass dabei auch noch Gelder durch eigens gegründete Beratungsfirmen gewaschen wurden, ist irgendwie nur konsequent – man will schließlich seriös wirken.

Am Montag wurde in diesem Zusammenhang richtig aufgeräumt: Zwei Verdächtige wurden festgenommen, und die Polizei hat die Gemeinde Bredene in Westflandern mal gründlich auf den Kopf gestellt. Offenbar gibt es mindestens einen Verdächtigen, der die Behörden so beeindruckt hat, dass sie direkt einen Haftbefehl ausgestellt haben.

Geldwäsche mal anders: Beratungsfirmen als Tarnkappe

Die Kreativität der Beteiligten verdient schon fast Anerkennung. Anstatt das Geld einfach auf ein Konto in Panama zu überweisen, hat man eben Beratungsfirmen gegründet. Klingt seriös, sieht gut aus – und keiner merkt was. Fast schon professionell, wenn man bedenkt, dass der Begriff „Beratung“ hier wohl eher im Sinne von „Wie verschleiere ich meine Geldquellen?“ verwendet wurde.

Obwohl die Ermittlungen laufen, ist eines noch unklar: Wie hoch ist der Schaden? Und welche Rüstungsunternehmen haben sich die „Top-Secret-Tipps“ geschnappt? War es die Firma „Ballern & Co.“ oder doch die „Boom AG“? Niemand weiß es.

Luxemburg, Spanien und die Niederlande – ein europäisches Bündnis der Raffinesse?

Wie es sich für eine richtige internationale Affäre gehört, wird nicht nur in Belgien ermittelt. Auch Luxemburg, Spanien und die Niederlande haben beschlossen, mal einen Blick hinter die glänzenden Kulissen der Rüstungsbeschaffung zu werfen. Vielleicht hat man ja die Hoffnung, irgendwo noch ein paar vergessene Bestechungsgelder aufzuspüren – oder zumindest die neuesten Modelle der beschafften Drohnen für die nächste Parade zu sichern.

NATO – North Atlantic Thievery Organization?

Die NATO ist bekanntlich ein Verteidigungsbündnis, aber offenbar hat man den Begriff „Verteidigung“ hier etwas freier interpretiert: Man verteidigt sich gegen finanzielle Flauten, indem man Informationen verkauft. Praktisch. Effizient. Und natürlich komplett illegal.

Bleibt nur die Frage, ob die Beteiligten tatsächlich geglaubt haben, dass ihre kleinen Nebengeschäfte unbemerkt bleiben würden. Schließlich gibt es ja auch bei der NATO so etwas wie Kontrollen – zumindest auf dem Papier.

Aber gut, im Krieg und bei der Geldbeschaffung ist bekanntlich alles erlaubt. Und wenn der Deal platzt, kann man ja immer noch sagen: „Wir wollten nur die wirtschaftliche Zusammenarbeit innerhalb des Bündnisses stärken!“

Fazit: Kreativ, aber erwischt

Die belgische Justiz hat ihren nächsten Krimi. Man darf gespannt sein, ob die Ermittlungen noch weitere Enthüllungen ans Licht bringen – oder ob die Verdächtigen demnächst als Berater für krisensichere Nebeneinkünfte tätig werden.

In jedem Fall bleibt die Erkenntnis: Wo viel Geld und noch mehr Waffen im Spiel sind, gibt es immer jemanden, der versucht, sich ein kleines Extra dazu zu verdienen. Ob mit Drohnen, Munition oder eben Beratungsfirmen – die Kreativität kennt keine Grenzen.

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