Der Klassiker lebt – aber diesmal nur so halb für Borussia Dortmund. Der FC Bayern hat am Samstagabend wieder mal klar gemacht, wer den Maßkrug in der Liga fest in der Hand hält. Mit einem 2:1-Heimsieg gegen den BVB fügten die Münchner ihrem Lieblingsgegner nicht nur die erste Saisonniederlage, sondern auch einen Abstand von sieben Punkten zu. Harry Kane und Michael Olise erledigten den Job, Julian Brandt sorgte für ein wenig Drama – aber mehr als ein „Anstandstreffer“ war für Dortmund nicht drin.
Kane köpft – mit oder ohne Schubser? Egal.
Harry Kane machte in der 22. Minute das, was er neuerdings in München regelmäßig macht: Er traf. Per Kopf. Nach einer Ecke. Die Dortmunder warfen ihm dabei einen kleinen Schubser gegen Guirassy vor, aber der Schiedsrichter hatte wohl kurz die „Premier-League-ist-robuster“-Brille auf. Tor zählt.
Danach spielten die Bayern, als hätten sie einen Cheatcode gefunden: Ballbesitz, Druck, Chancen – aber keine weiteren Tore. Erst in Minute 78 tat sich wieder etwas: Ein verunglückter Befreiungsversuch des eingewechselten Jobe Bellingham landete vor den Füßen von Olise, der im Stolperstil zur 2:0-Führung einschob. Sah nicht schön aus, war aber effektiv.
Brandt machte’s nochmal spannend (84.), aber die Bayern – diesmal mit Konrad Laimer als solider Linksverteidiger – brachten das Ding über die Linie. Zum elften Pflichtspielsieg in Folge.
Baumgartner-Konter: Zwei Tore, zwei Minuten, kein Spaß für den HSV
Christoph Baumgartner hatte in Leipzig seinen ganz eigenen Samstagabend:
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Erst Kopfballtor zur Führung in der 45. Minute – Leipzigs erstes Saisontor mit dem Schädel.
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Dann, nach einem unglücklichen Seiwald-Abfälscher und dem 1:1 durch Lokonga (48.),
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die Antwort per Außenrist zwei Minuten später (50.) – und das Ding war entschieden.
Doppelpack geschnürt, Ausbeute auf vier Saisontore erhöht, Applaus und Feierabend in Minute 78 – für Xaver Schlager.
Grüll grinst – Erster Saisontreffer für Werder-Stürmer
Marco Grüll durfte bei Werders 2:2 in Heidenheim endlich sein Premierentor bejubeln. Möglich gemacht hat’s Romano Schmid, der offenbar beschlossen hat, in dieser Saison nur noch Assistpässe zu spielen.
Nach dem Ausgleich durch Schimmer (!) war Schmid gleich nochmal da und servierte Jens Stage das 2:1. Doch dann kam Föhrenbach (83.) mit dem moralischen Gleichstand zum 2:2 – Werders Freude war dahin, aber zumindest Grüll hatte Grund zur Laune.
Und sonst so in der Liga?
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Stuttgart siegt souverän 3:0 in Wolfsburg – und freut sich über den Sprung auf Platz drei.
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Leverkusen gewinnt wild 4:3 in Mainz – vermutlich mit fünf Herzinfarkten im Trainerteam.
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Köln und Augsburg trennen sich friedlich 1:1 – ein Spiel, das statistisch vermutlich auch 0:0 verdient hätte, aber irgendwo müssen die Tore ja herkommen.
Fazit:
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Bayern bleibt auf der Überholspur
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Baumgartner ist in Bestform und Flugmodus
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Grüll trifft, Schmid serviert
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Dortmund? Muss sich die Klassiker-Krönung wohl wieder abschminken
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Und bei Mainz gegen Leverkusen sollten Defensivtrainer Gratisberatungen anbieten
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