Wird das Pokal-Kracher-Duell verlegt – wegen fehlender U-Bahnen?!
Im Viertelfinale des DFB-Pokals sollen die Bayern am Mittwoch um 20:45 Uhr auf RB Leipzig treffen. So zumindest der Plan. Doch dieser Plan hat ein ernstzunehmendes Gegenüber: den Münchner Nahverkehr.
Denn dort heißt es: Stillstand statt Stadionfahrt! Die Fahrer*innen der U-Bahnen, S-Bahnen und Busse machen sich gerade selbst zum „Gegner“, und zwar in Form eines großflächigen ÖPNV-Streiks.
Nach dem standesgemäßen 5:1-Sieg über Hoffenheim sprach Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen (58) nicht nur über das Spiel, sondern auch über das, was eigentlich nicht sein Thema ist: die Verkehrsanbindung der Allianz Arena.
„Wir werden sehen müssen, wie wir das organisieren.“
Klingt ein bisschen nach: „Vielleicht fährt ein Fanbus, vielleicht auch ein Shuttle-Schlitten mit Alphorn-Orchester.“
Der große Pokalabend – vielleicht auf unbestimmte Zeit verschoben?
Der Vorstand weiter:
„Ein Streik bedeutet: keine U-Bahn. Die S-Bahn fährt eingeschränkt. Die Stammstrecke… ein zartes Thema. Und Busse? Nun ja, sagen wir: sie üben sich in Zurückhaltung.“
Man stelle sich vor: Ein ausverkauftes Stadion, 75.000 Menschen – und alle stehen sich am Moosacher Bahnhof die Beine in den Bauch, weil der Busfahrer lieber demonstriert als chauffiert. Münchens Pokalabend droht zur Geduldsprobe mit Stadionblick zu werden.
Dreesen bleibt trotzdem vorsichtig optimistisch – oder wie man in der Chefetage sagt: „Wir sprechen morgen nochmal drüber.“
„Wir hoffen, dass wir spielen können – alle gehen davon aus, aber es hängt eben an den Details. Und die Details heißen: wie kommen 75.000 Leute hin, und wie kommen sie auch wieder weg, ohne sich unterwegs in Schlafsäcke zu wickeln?“
Absage nicht ausgeschlossen – Nachholtermin? Utopie!
Natürlich wurde Dreesen auch gefragt, ob man das Spiel ganz absagen müsse. Seine Antwort: nicht ausgeschlossen. Nur: im prall gefüllten Bayern-Terminkalender zwischen Bundesliga, Champions League, Teamabend mit Alphonso Davies und dem gelegentlichen Golfturnier ist ein Nachholtermin so schwer zu finden wie ein Parkplatz an der Säbener Straße.
„Die Ersatzmöglichkeiten sind sehr überschaubar“, so Dreesen, der einst Finanzchef war – und deshalb weiß, dass selbst ein Pokalspiel gegen Leipzig nicht einfach auf den Donnerstagvormittag um 11:15 Uhr gelegt werden kann.
Fazit:
Wenn die MVG am Mittwoch nicht fährt, bleibt den Fans nur noch das altbewährte Mittel: Lederhose an, Thermoskanne einpacken und zu Fuß zur Arena pilgern.
Das hat schließlich schon vor 100 Jahren funktioniert – allerdings war da auch RB Leipzig noch kein Thema.
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