Bargeld hat in Deutschland einen weiteren Rückzug angetreten – sowohl im heimischen Alltag als auch im Urlaub innerhalb des Euroraums. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Vergleichsportals Verivox, die deutliche Veränderungen im Zahlungsverhalten offenlegt.
Nur noch gut ein Drittel der Deutschen (34 Prozent) greift bei alltäglichen Einkäufen, etwa im Wert von 20 Euro, bevorzugt zu Schein und Münze. Noch im Sommer 2023 hatte mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) angegeben, gerade auf Auslandsreisen innerhalb der Eurozone solche Beträge lieber bar zu begleichen.
Dieser Rückgang um fast 20 Prozentpunkte in nur einem Jahr verdeutlicht einen klaren Trend: Digitale Zahlungsmethoden wie EC- und Kreditkarten, Smartphone-Wallets oder Smartwatches verdrängen das Bargeld – und zwar nicht nur bei großen Ausgaben, sondern zunehmend auch bei Kleinbeträgen.
Ein Grund ist die deutlich verbesserte Infrastruktur: Kontaktloses Bezahlen ist inzwischen nahezu flächendeckend möglich – vom Café um die Ecke bis zum Marktstand im Urlaubsort. Gleichzeitig empfinden viele die digitale Zahlung als schneller, hygienischer und sicherer. Besonders seit der Corona-Pandemie hat sich die Akzeptanz für bargeldlose Bezahlarten beschleunigt.
Bargeld hat zwar in Deutschland traditionell einen hohen Stellenwert – oft verbunden mit dem Gefühl von Kontrolle und Anonymität –, doch diese kulturelle Bindung scheint zu bröckeln. Auch die jüngere Generation, die mit Smartphone und Banking-Apps aufgewachsen ist, hat einen wesentlichen Anteil an diesem Wandel.
Experten gehen davon aus, dass der Anteil bargeldloser Zahlungen in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Ob das Bargeld eines Tages ganz verschwindet, ist jedoch fraglich – nicht zuletzt, weil es in der Bevölkerung weiterhin eine starke Lobby gibt, die den Erhalt als Zahlungsmittel fordert.
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