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Balearen-Burnout: Mallorca ruft „Touristen, geht nach Hause – aber lasst euer Geld hier!“

mruizdeassin (CC0), Pixabay
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Palma de Mallorca – Gestern Abend zogen rund 8.000 erschöpfte Insulaner durch die Straßen der Inselhauptstadt und skandierten Parolen, die jedem Ballermann-Fan das Bier schal werden lassen würden: „Weniger Tourismus, mehr Leben!“ – ein Satz, der auf T-Shirts, Transparenten und vermutlich bald auch auf Souvenirtassen gedruckt wird.

Die Initiative „Menys turisme, mes vida“ (übersetzt: „Nicht noch ein Sauftourist!“) hatte zur Demo aufgerufen. Mit dabei: Pensionisten mit Megafonen, Kinder mit selbstgebastelten „Stop Airbnb“-Schildern und wahrscheinlich mindestens ein enttäuschter Influencer, der dachte, das sei ein Festival.

Mallorca, lange Zeit das Wohnzimmer Europas, scheint langsam genug davon zu haben, dass sich jede deutsche Vorabendserie dort im Sand verläuft. Die Einwohner fordern jetzt lautstark ein Tourismusmoratorium – was so viel heißt wie: Schluss mit „Malle ist nur einmal im Jahr“ – vielleicht mal nie?

„Wir lieben Besucher – solange sie nicht ankommen“, sagte Jaume Pujol, Sprecher der Initiative, in einem Interview mit der Lokalzeitung. Besonders kritisch sieht man Kreuzfahrten, die täglich tausende Sonnenhüte und Socken-in-Sandalen-Kombos ausspucken. „Jeder Tag ohne ein schwimmendes All-you-can-eat-Buffet ist ein guter Tag“, so Pujol weiter.

Auch die Vermietung an Touristen soll eingeschränkt werden, denn laut einem anonymen Demonstranten (vermutlich ein genervter Nachbar eines 24-Stunden-Poolpartys): „Wenn ich noch einmal um drei Uhr früh ‚Atemlos durch die Nacht‘ höre, ziehe ich nach Ibiza.“

Natürlich sehen Hoteliers und Sangria-Händler das Ganze etwas nüchterner – oder eben nicht. In einer nicht ganz offiziellen Stellungnahme eines Strandkiosks hieß es: „Weniger Touristen? Wer soll denn dann unsere Eimer-Cocktails kaufen?“

Die Inselregierung schweigt bislang diplomatisch und schaut sich das Schauspiel an – von der VIP-Lounge am Hafen aus.

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