Startseite Vorsicht BaFin warnt vor Profimax, mtbcapitals und Exivara24 – Rechtsanwalt Daniel Blazek erklärt, wie sich Anleger vor Online-Finanzbetrug schützen können
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BaFin warnt vor Profimax, mtbcapitals und Exivara24 – Rechtsanwalt Daniel Blazek erklärt, wie sich Anleger vor Online-Finanzbetrug schützen können

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Immer mehr dubiose Online-Plattformen werben mit schnellen Gewinnen durch Kryptohandel oder angeblich professionelle Finanzstrategien. Jüngst hat die BaFin gleich mehrere Warnungen ausgesprochen – unter anderem vor profimax.pro, mtbcapitals.com und exivara24.com. Doch wie können sich Anleger schützen, und was sollten Betroffene tun, die bereits investiert haben? Rechtsanwalt Daniel Blazek, Experte für Kapitalanlagerecht, erklärt im Interview, wie man Betrugsplattformen erkennt und welche Schritte im Ernstfall notwendig sind.

Herr Blazek, die BaFin warnt aktuell gleich vor mehreren betrügerischen Plattformen. Was fällt Ihnen an diesen Fällen besonders auf?

Was wir hier sehen, ist ein klares Muster. Diese Plattformen präsentieren sich professionell, mit englischen Unternehmensnamen, internationalen Adressen und teilweise sogar Logos bekannter Finanzaufsichtsbehörden wie der FCA oder BaFin selbst. Doch das ist reine Täuschung. Es handelt sich meist um identitätsmissbrauchende Fake-Seiten, die mit dem echten Finanzsektor nichts zu tun haben. Ihr einziges Ziel ist es, Anleger zu Einzahlungen zu verleiten, um das Geld anschließend zu verschwinden zu lassen.

Wie können Anleger überhaupt erkennen, dass es sich um eine unseriöse Plattform handelt?

Es gibt einige eindeutige Warnsignale:

  • Die Website verspricht hohe oder garantierte Gewinne – oft in Verbindung mit Kryptowährungen oder automatisiertem Handel.

  • Der angebliche Sitz des Unternehmens ist nicht überprüfbar oder wechselt zwischen verschiedenen Ländern.

  • Man findet kein vollständiges Impressum oder eine falsche Handelsregister-Nummer.

  • Besonders auffällig: Wenn ein Anbieter Logos von Behörden oder Banken verwendet, um Seriosität vorzutäuschen – das ist fast immer ein Betrugsversuch.

Ich rate jedem: Bevor Sie Geld überweisen, prüfen Sie in der BaFin-Unternehmensdatenbank, ob der Anbieter überhaupt eine Lizenz besitzt. Fehlt der Eintrag, sollten Sie sofort Abstand nehmen.

Viele Betroffene merken erst spät, dass sie Opfer geworden sind. Was raten Sie in diesem Fall?

Schnelles Handeln ist entscheidend. Betroffene sollten:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten – auch nicht, wenn angebliche „Berater“ Rückzahlungen oder Boni versprechen.

  2. Beweise sichern – E-Mails, Chatverläufe, Screenshots und Kontoauszüge.

  3. Die eigene Bank informieren, um Zahlungen möglicherweise zu stoppen oder Rückbuchungen zu prüfen.

  4. Strafanzeige erstatten – am besten direkt bei der Staatsanwaltschaft oder der Kriminalpolizei.

  5. Juristischen Rat einholen, um mögliche Rückforderungsansprüche geltend zu machen.

Leider ist das Geld oft schnell ins Ausland transferiert, aber in einigen Fällen lassen sich zumindest Teilbeträge über Zahlungsdienstleister oder Banken zurückholen.

Die Betrüger nutzen immer häufiger Kryptohandel als Lockmittel. Warum gerade dieser Bereich?

Weil Kryptowährungen für viele Anleger schwer durchschaubar sind. Es gibt keine zentrale Aufsicht, und Zahlungen über Wallets sind nahezu irreversibel. Das nutzen die Täter gezielt aus. Sie locken mit professionell klingenden Plattformen und „Experten“, die angeblich Marktanalysen oder Trading-Signale anbieten. Tatsächlich gibt es aber keine echten Investments – das eingezahlte Geld verschwindet sofort.

Was empfehlen Sie Anlegern grundsätzlich, um sich vor solchen Online-Fallen zu schützen?

Anleger sollten sich an ein paar einfache Grundregeln halten:

  • Keine Investitionen, die über soziale Medien, Messenger oder unaufgeforderte Telefonanrufe angeboten werden.

  • Keine Fernzugriffssoftware installieren oder persönliche Daten wie Ausweise hochladen.

  • Keine Drucksituationen akzeptieren – seriöse Finanzdienstleister setzen niemanden unter Zeitdruck.

  • Und: Misstrauen ist gesund. Wenn ein Angebot „zu gut klingt, um wahr zu sein“, dann ist es das in 99 Prozent der Fälle auch.

Wer sich unsicher ist, kann sich jederzeit an einen Fachanwalt für Kapitalmarktrecht wenden oder direkt bei der BaFin nachfragen, ob ein Anbieter reguliert ist.

Herr Blazek, was ist Ihr abschließender Rat an Betroffene, die glauben, sie seien hereingefallen?

Schweigen hilft nur den Tätern. Wer betroffen ist, sollte den Betrug sofort melden, juristische Unterstützung suchen und versuchen, andere zu warnen. Jeder Hinweis hilft, Netzwerke solcher Betrüger aufzudecken. Und selbst wenn eine Rückholung schwierig ist – rechtliches Vorgehen kann verhindern, dass andere dasselbe Schicksal erleiden.

Fazit:
Die Fälle um Profimax, mtbcapitals und Exivara24 zeigen, wie professionell und international vernetzt Online-Betrüger inzwischen agieren. Anleger sollten Angebote im Internet immer kritisch prüfen und sich nicht von seriös wirkenden Websites blenden lassen.

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