Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 11. September 2025 eine Prüfung des Konzernabschlusses der Biofrontera Aktiengesellschaft zum Stichtag 31. Dezember 2024 sowie des zugehörigen zusammengefassten Lageberichts eingeleitet. Anlass sind konkrete Hinweise auf mögliche Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften. Im Fokus der Untersuchung stehen insbesondere die Bilanzierung von latenten Steuern und die Darstellung von Prognoseabweichungen im Lagebericht.
Warum wird geprüft?
Die BaFin ist gesetzlich verpflichtet, bei konkreten Anhaltspunkten für fehlerhafte Rechnungslegung eine Prüfung einzuleiten. Grundlage hierfür ist § 107 Absatz 1 Satz 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). Die Behörde hat die Öffentlichkeit über die Einleitung der Prüfung informiert, wie es gemäß § 107 Absatz 1 Satz 5 WpHG vorgeschrieben ist. Diese Transparenzmaßnahme wurde durch das Gesetz zur Stärkung der Finanzmarktintegrität (FISG) eingeführt, das seit 2022 in Kraft ist. Ziel ist es, das Vertrauen in die Arbeit der Finanzaufsicht zu stärken und die Marktteilnehmer frühzeitig über mögliche Unregelmäßigkeiten zu informieren.
Kritische Punkte der Prüfung
Die BaFin konzentriert sich bei ihrer Untersuchung auf zwei zentrale Aspekte:
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Bilanzierung von latenten Steuern:
Es gibt Hinweise darauf, dass die Biofrontera AG möglicherweise fehlerhafte Angaben zur Bilanzierung latenter Steuern gemacht hat. Latente Steuern entstehen, wenn steuerliche und handelsrechtliche Bewertungen von Vermögenswerten und Schulden voneinander abweichen. Fehler in diesem Bereich können die finanzielle Lage eines Unternehmens verzerrt darstellen und das Vertrauen der Investoren beeinträchtigen. -
Prognoseabweichungen im Lagebericht:
Der zusammengefasste Lagebericht des Unternehmens könnte unzureichend oder fehlerhaft über Abweichungen von zuvor veröffentlichten Prognosen informieren. Solche Abweichungen sind für Investoren und andere Stakeholder von großer Bedeutung, da sie die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des Unternehmens beeinflussen.
Transparenz und Konsequenzen
Die BaFin hat angekündigt, die Öffentlichkeit über das Ergebnis der Prüfung zu informieren – unabhängig davon, ob Verstöße festgestellt werden oder nicht. Diese Transparenz soll sicherstellen, dass Investoren und andere Marktteilnehmer über potenzielle Risiken und Unregelmäßigkeiten informiert sind. Sollte die Prüfung Fehler in der Rechnungslegung bestätigen, könnten auf die Biofrontera AG rechtliche und finanzielle Konsequenzen zukommen, darunter mögliche Nachbesserungen in den Berichten oder Bußgelder.
Relevanz der Prüfung
Die Einleitung der Prüfung durch die BaFin ist ein ernstzunehmendes Signal für die Biofrontera AG. Fehler in der Rechnungslegung können nicht nur rechtliche und finanzielle Folgen haben, sondern auch das Vertrauen von Investoren, Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit beeinträchtigen. Für die Biofrontera AG ist es daher entscheidend, eng mit der BaFin zusammenzuarbeiten und mögliche Unstimmigkeiten schnellstmöglich zu klären.
Fazit: Ein wichtiger Schritt für Transparenz und Vertrauen
Die Prüfung des Konzernabschlusses der Biofrontera AG zeigt, wie wichtig eine konsequente und transparente Bilanzkontrolle für die Integrität des Finanzmarktes ist. Für die Biofrontera AG steht viel auf dem Spiel: Das Ergebnis der Prüfung wird nicht nur die weitere Entwicklung des Unternehmens beeinflussen, sondern auch das Vertrauen der Investoren und Marktteilnehmer in die Finanzberichterstattung stärken oder schwächen. Die Öffentlichkeit darf gespannt sein, welche Ergebnisse die BaFin in den kommenden Monaten vorlegen wird.
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