Ein Mensch tot, 300 Gebäude niedergebrannt, 350.000 Hektar Land zu Asche – und das in einem zivilisierten, industrialisierten Land, das jährlich Millionen in Outdoor-Grills investiert, aber anscheinend immer noch keine Antwort auf Buschfeuer gefunden hat.
Willkommen in Australien, wo der Sommer nicht nur Sonne und Surfbretter bringt, sondern regelmäßig auch den Weltuntergang – in Flammenform.
Im Bundesstaat Victoria herrscht Ausnahmezustand. 30 aktive Brände, zehn davon „besonders besorgniserregend“ – was vermutlich das australische Codewort für „komplett außer Kontrolle“ ist. In Gobur, einem kleinen Ort, wurden menschliche Überreste entdeckt. Die Behörden sind ratlos, die Feuerwehr erschöpft, die Regierung… bemüht.
Premierministerin Jacinta Allan zeigte sich betroffen, was Politikerinnen in solchen Fällen eben tun: betroffen sein. „Wir sind noch lange nicht über den Berg“, sagte sie. Übersetzt: Das hier kann noch Wochen dauern, also gewöhnt euch dran.
Währenddessen lobt man die Einsatzkräfte – zu Recht – für „konfrontierende und schwere Arbeit“. Dass einige von ihnen, wie Feuerwehrmann Tyrone Rice, ihr eigenes Zuhause verloren haben, während sie versuchten, andere zu retten? Ein Nebensatz in der Chronik der Klimakatastrophen. Tyrone nennt es „ein Schlag in die Magengrube“. Australiens Natur nennt es: Dienstag.
Und die Luftqualität? Nun, wer braucht schon frische Luft, wenn man feinstaubgeschwängerten Patriotismus atmen kann?
Das alles klingt vertraut? Kein Wunder. Es ist das schlimmste Feuer seit den Bränden 2019/2020, bei denen 33 Menschen starben. Damals versprach man Reformen. Jetzt verspricht man – wieder etwas.
Fazit: Australien brennt. Wieder. Und obwohl Wissenschaftler, Feuerwehr und betroffene Gemeinden seit Jahren auf Ursachen und Lösungen hinweisen, bleibt vieles wie es ist: heiß, trocken, windig – und politisch zu kompliziert.
Aber hey, wenigstens gibt’s wieder schöne Satellitenbilder.
Kommentar hinterlassen