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Aufforderung

geralt (CC0), Pixabay
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Eine Gruppe von aus Russland geflohenen Kreml-Kritikern hat EU-Staaten dazu aufgefordert, mehr russische Oppositionelle aufzunehmen. Das sei auch im Interesse Europas, da die massenhafte Abwanderung von Fachkräften die russische Wirtschaft und Kriegstüchtigkeit schwächen würde, erklärte die Gruppe gestern bei der Vorstellung einer Studie zu Exilrussen in Paris.

„Ein Ingenieur weniger, das ist eine Rakete weniger, die in Richtung Ukraine fliegt“, sagte der ehemalige russische Oppositionsabgeordnete Dmitry Gudkow, der heute im Exil lebt. Er gründete zusammen mit dem Ökonomen Wladislaw Inosemzew einen Thinktank, der im Verbund mit Forscherinnen und Forschern der Universität im zypriotischen Nikosia eine Studie mit Exilrussen in Frankreich, Deutschland, Polen und Zypern durchführte.

Mehrheit gut ausgebildet

80 Prozent der 3.200 Befragten flohen den Studienautoren zufolge nach 2014, dem Jahr der Krim-Annexion, ins Ausland. Fast die Hälfte von diesen 80 Prozent verließ das Land erst nach dem Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022.

Die meisten der Geflohenen seien gut ausgebildet und unterstützten westliche Werte, heißt es weiter. Deswegen sei eine breit angelegte Kampagne für „ökonomische Einwanderung“ aus Russland sinnvoll.

Schwächung des Kreml als mögliches Ziel

„Teil der Strategie zur Untergrabung des Putin-Regimes sollte ein orchestriertes Ausbluten sein“, schreiben die Autoren der Studie. Durch den „Exodus qualifizierter Spezialisten“ und deren Vermögen könnte der Kreml wirkungsvoller geschwächt werden als durch die bereits bestehenden Sanktionen.

Der Mangel an Arbeitskräften ist in Russland bereits jetzt ein Problem, das die Wirtschaft bedroht, wie selbst die russischen Behörden schon eingeräumt haben.

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