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Arderns Umzug sorgt für Debatten – und leichte Sonnenbrand-Gefahr

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Kaum war das Gerücht in der Welt, da rauschte es schon durch die Schlagzeilen: Zieht Jacinda Ardern wirklich nach Australien? Antwort: Ja. Und plötzlich diskutiert ganz Neuseeland nicht mehr nur über Wirtschaft, Wohnungsmarkt und Lebenshaltungskosten – sondern auch über Sonnencreme mit höherem Lichtschutzfaktor.

Denn während im vergangenen Jahr über 60.000 Neuseeländerinnen und Neuseeländer das Land verlassen haben – die Mehrheit Richtung Australien – gehört nun auch eine der prominentesten Persönlichkeiten des Landes offiziell dazu. Laut „New York Times“ locken „höhere Gehälter, wirtschaftliche Möglichkeiten und mehr Sonnenschein“. Wobei Letzteres vermutlich das ehrlichste Argument ist.

Ardern und ihre Familie würden „vorerst“ in Australien leben, bestätigte ein Sprecher. Sie habe dort Arbeit gefunden. Und – so die elegante Formulierung – könne mit dieser Entscheidung sogar „mehr Zeit in ihrer Heimat Neuseeland verbringen“. Wer Geografie liebt, weiß: Nichts bringt einen näher an Neuseeland heran als Sydney.

Zuvor waren Ardern, ihr Ehemann Clarke Gayford und die gemeinsame Tochter bei der Haussuche in mehreren Vororten Sydneys gesichtet worden. Besonders brisant: ein Besuch im mexikanischen Restaurant „Beach Burrito Co.“ in Dee Why. Spätestens da war klar – das ist ernst.

Doch jenseits von Burritos und Immobilienanzeigen trifft der Umzug einen wunden Punkt. Laut offiziellen Zahlen sind 61 Prozent der 60.000 Ausgewanderten nach Australien gezogen. Bloomberg spricht bereits von einem „Exodus“. Das Thema dürfte bei der Parlamentswahl im November eine größere Rolle spielen als die Frage, ob man in Sydney nun Flip-Flops oder Jandals sagt.

Die Gründe sind wenig exotisch: steigende Lebensmittelpreise, teure Wohnungen, vergleichsweise niedrige Löhne. In Australien verdient man im Schnitt mehr – und bekommt noch Vitamin D gratis dazu. Ökonomin Asha Sundaram von der Universität Auckland verweist zudem auf Neuseelands eher überschaubare Produktivität. Gerade junge Menschen am Karriereanfang packen daher offenbar lieber gleich die Koffer.

Von einem dramatischen „Brain Drain“ müsse man aber noch nicht sprechen. Viele Ausgewanderte schicken Geld, Ideen und technologische Impulse zurück in die Heimat. Quasi ein Exportmodell mit Rückkanal.

Bleibt die Frage: Ist Arderns Umzug Symbol einer strukturellen Krise – oder einfach ein ganz normaler Tapetenwechsel mit besserem Wetter?

Fest steht: Wenn selbst die ehemalige Regierungschefin dem Ruf der höheren Gehälter und helleren Tage folgt, dürfte das Thema Migration in Neuseeland noch eine Weile für Gesprächsstoff sorgen. Und vielleicht auch für die eine oder andere hitzige Debatte – bevorzugt im Schatten.

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