Apple investiert eine halbe Milliarde US-Dollar in eine Partnerschaft mit dem US-amerikanischen Rohstoffunternehmen MP Materials, um die Versorgung mit sogenannten Seltenerdmetallen aus heimischer Produktion zu sichern. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund zunehmenden politischen Drucks durch US-Präsident Donald Trump, Apples iPhones verstärkt in den Vereinigten Staaten fertigen zu lassen.
Im Rahmen des am Dienstag angekündigten Deals verpflichtet sich Apple dazu, Seltenerdmagnete direkt von MP Materials zu beziehen. Zudem soll gemeinsam eine Recyclinganlage in Kalifornien aufgebaut werden, um Seltenerdstoffe aus alten Apple-Produkten wiederzuverwerten.
„Amerikanische Innovation treibt alles an, was wir bei Apple tun“, sagte CEO Tim Cook. „Diese Partnerschaft stärkt die heimische Lieferkette für Materialien, die essenziell für moderne Technologie sind.“
Produktion in Texas – Lieferstart 2027
Die Magnete sollen ab 2027 in einer neuen Produktionslinie in Fort Worth, Texas, hergestellt werden und langfristig „hunderte Millionen Apple-Geräte“ versorgen, so MP Materials. Auch Schulungsprogramme zur Ausbildung von Fachkräften für die Magnetfertigung sind Teil der Kooperation.
Der Schritt ist eingebettet in Apples bereits angekündigte Investitionen von insgesamt 500 Milliarden Dollar zur Ausweitung der US-Aktivitäten – ganz im Sinne von Trumps Forderungen, die Technologieproduktion ins Land zurückzuholen. Besonders Seltenerdmetalle sind dabei geopolitisch von Bedeutung: China kontrolliert rund 92 % der weltweiten Verarbeitung und gilt als nahezu monopolistischer Akteur in diesem Sektor.
„America First“ trifft Recycling
Die Kooperation mit MP Materials dürfte nicht nur Trumps „America First“-Agenda gefallen, sondern auch Apples eigene Nachhaltigkeitsziele stützen. Bereits das iPhone 16e, das Anfang des Jahres auf den Markt kam, enthält laut Apple rund 30 % recycelte Materialien. Die in Apple-Produkten verbauten Magnete – etwa in iPhones, iPads, MacBooks oder der Apple Watch – bestehen zunehmend aus recycelten Seltenerdstoffen.
Trotz dieser Initiative bleibt die Fertigung der Geräte weiterhin außerhalb der USA angesiedelt. Eine vollständige Verlagerung – etwa der iPhone-Produktion – scheint laut Experten unrealistisch. Das nötige Fachwissen, die spezialisierten Arbeitskräfte sowie eingespielte Fertigungsketten fehlen bislang.
Apple-Chef Cook hatte bereits 2017 betont, dass die Kombination aus Handwerkskunst, Robotik und Computerwissenschaften, wie sie etwa in China verfügbar ist, in dieser Form in den USA schwer aufzubauen sei.
Trump droht weiter mit Zöllen
Trump hatte im Mai per Truth Social klargemacht, dass er iPhones „Made in USA“ erwarte – andernfalls drohten Apple Strafzölle von mindestens 25 %. Apples aktuelles Engagement könnte ihm politisch entgegenkommen, auch wenn von einer US-iPhone-Fertigung weiterhin keine Rede ist.
Apple ist nicht allein mit seinen Bemühungen. In den letzten Monaten hatten mehrere Tech-Giganten ihre US-Investitionen massiv ausgeweitet: So kündigte Texas Instruments 60 Milliarden Dollar für Chipfabriken in den USA an, TSMC investierte 100 Milliarden, und Nvidia plant seine KI-Supercomputer künftig in den Vereinigten Staaten zu bauen.
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