Bis vor wenigen Wochen hätte ich mir meine heutige Situation nicht vorstellen können. Dank der Ärzte des Leipziger Diakonissenkrankenhauses lebe ich überhaupt noch – sie haben mir das Leben gerettet, und dafür bin ich unendlich dankbar. Nun kämpfe ich mich Schritt für Schritt zurück ins Leben.
Doch dieser Weg ist ohne Unterstützung kaum zu bewältigen. Schon einfache Dinge des Alltags sind aktuell unmöglich, ohne dass Hilfsmittel wie ein Pflegebett vorhanden sind. Ärzte und der soziale Dienst haben alles getan, um mir die nötige Versorgung zu ermöglichen. Doch am Ende entscheidet nicht das Rezept, sondern die Krankenkasse.
Und hier beginnt das Problem: Die AOK Bayern/Nürnberg hat mein Pflegebett nicht genehmigt, weil es nicht von einem ihrer Vertragspartner geliefert wurde. Das Sanitätshaus, das mich versorgt hat, verlangt nun fast 3.000 Euro Miete im Jahr. Ich habe mehrfach bei der AOK interveniert, mir wurde zugesagt, dass der Vorgang geprüft wird und ein Mitarbeiter sich bei mir meldet. Bis heute: Funkstille.
Ich frage mich:
Wie passt es zusammen, dass Krankenkassen gern jahrelang Beiträge entgegennehmen, aber wenn es darauf ankommt, Unterstützung zu leisten, die Hand plötzlich schwer wird? Wie kann man von „Kundenorientierung“ sprechen, wenn schwerkranke Mitglieder wochenlang hingehalten werden?
Ein Pflegebett ist kein Luxus. Es ist die Grundvoraussetzung, um im Alltag zu überleben und ein Stück Würde zu bewahren. Ich bin nicht wütend – eher nachdenklich. Denn dieser Vorgang zeigt, wie sehr unser Gesundheitssystem manchmal mehr in Verträgen und Zahlen denkt als in Menschenleben.
Vielleicht braucht es genau solche Geschichten, damit Verantwortliche begreifen: Es geht hier nicht um Paragraphen oder Vertragspartner. Es geht um Menschen, die sich nach schwerer Krankheit zurück ins Leben kämpfen.
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