In Wörgl (Bezirk Kufstein) ist eine 31-jährige Österreicherin Opfer eines professionell organisierten Anlagebetrugs geworden. Sie verlor dabei insgesamt 72.500 Euro, nachdem sie auf eine vermeintliche Krypto-Investitionsplattform hereingefallen war.
Einstieg über Krypto-Plattform
Im November 2024 meldete sich die Frau auf einer Online-Plattform für Kryptowährungen an. Wenig später nahm ein angeblicher „Trading-Betreuer“ telefonisch Kontakt zu ihr auf. Unter dem Vorwand, bessere Gewinne erzielen zu können, forderte er sie auf, sich auf einer zweiten Plattform zu registrieren. Dort erwarb sie in der Folge Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum.
Überweisungen und Fernzugriff
Zwischen November 2024 und Mai 2025 überwies die Frau in mehreren Tranchen hohe Geldbeträge – in Summe 72.500 Euro. Besonders fatal: Sie gewährte dem Betrüger Fernzugriff auf ihren Laptop. Damit erhielt der Unbekannte auch direkten Zugriff auf ihr Krypto-Konto.
Auffälligkeiten bei Auszahlungen
Als die Frau später die Rückzahlung ihrer Einlagen verlangte, kam es zu angeblichen technischen Problemen und immer neuen Forderungen seitens des „Betreuers“. Erst nachdem sie durch Medienberichte von ähnlichen Betrugsfällen erfuhr, wurde sie misstrauisch und erstattete Anzeige bei der Polizei.
Zunehmende Fälle in Tirol
Die Polizeiinspektion Wörgl verweist darauf, dass es in Tirol zuletzt vermehrt zu Anlagebetrugsfällen gekommen ist. Erst kürzlich verlor ein Mann aus der Region mehr als 100.000 Euro durch eine ähnliche Masche. Laut Bundeskriminalamt (BKA) arbeiten die Täter hochprofessionell: Sie verfügen über eigene Abteilungen für Marketing, Call-Center, Softwareentwicklung und sogar Geldwäsche.
Polizei rät zu Vorsicht
Das BKA sowie das Landeskriminalamt Tirol warnen eindringlich vor unseriösen Angeboten im Internet. Anlegerinnen und Anleger sollten Plattformen und Anbieter genau prüfen, keine Fernzugriffsrechte gewähren und im Zweifel unabhängige Beratung in Anspruch nehmen. Nützliche Informationen und Warnhinweise bieten u. a. die Portale „Watchlist Internet“ oder die Finanzmarktaufsicht (FMA).
Fazit
Der aktuelle Fall zeigt erneut, wie leichtgläubige Anleger durch geschickte Täuschung hohe Summen verlieren können. Betrüger nutzen das Vertrauen ihrer Opfer, moderne Kommunikationswege und die Komplexität von Kryptowährungen aus, um systematisch Gelder abzuschöpfen.
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