Die EU wollte sich gerade in heroischer Pose zum Gegenschlag rüsten, die Muskete der 21-Milliarden-Euro-Gegenzölle entsichert, der Finger am Abzug, da – plötzlich – fällt Ursula von der Leyen die Diplomatie ein. Statt „Feuer frei“ heißt es: „Wir verschieben auf August. Vielleicht. Wenn’s bis dahin nicht regnet.“
Der Grund? Ein Brief von Donald Trump. Und der klang, als hätte man einem Handelsvertrag LSD ins Trinkwasser gekippt. Inhalt: Wenn die EU sich brav öffnet, also Zölle runternimmt und die transatlantische Tür ganz weit aufmacht, könne man eventuell über Gnade nachdenken. Wenn nicht? Dann 30 Prozent Zoll auf alles, was nicht bei drei in Texas „Made in USA“ ruft.
Trump nennt das Verhandlungsstrategie. Europa nennt es – je nach Land – „besorgniserregend“ (Niederlande), „bedauerlich“ (Deutschland), „eine Chance“ (Italien) oder einfach „zum Haare raufen“ (alle, die noch welche haben).
Frankreichs Macron hingegen zeigt sich entschlossen wie ein Cäsar beim Gallischen Krieg: „Jetzt Vergeltungsmaßnahmen vorbereiten!“ – und X (ehemals Twitter) applaudiert.
Ursula bleibt meanwhile ganz EU: Sie kündigt an, weiter überlegen zu wollen, ob man überlegt, irgendwann vielleicht doch nicht mehr zu warten. In Brüssel nennt man das strategische Ambiguität. In Berlin sagt man: „Wir hoffen auf Dialog, aber wehe, er klappt nicht.“ Und irgendwo in einem Zolllager in Rotterdam fragt sich ein Käseproduzent, ob er jetzt schon mal das Preisschild verdoppeln soll.
Trump selbst sieht sich als Retter der heimischen Waschmaschinen, Toaster und Pickups – notfalls eben auf Kosten von Prosecco, Parmaschinken und Peugeot. Seine Zölle seien kein Wirtschaftskrieg, sondern nur ein Mittel, „die perfekte Regierung vor egoistischen Europäern zu schützen“ – so Trump in seinem jüngsten Truth-Social-Rausch.
Die EU indes sendet ein klares Zeichen: Einigkeit, wenn auch nicht beim Handeln, dann wenigstens beim Zaudern. Man wolle Stärke zeigen – aber in einem gedeckten Pastellton. Oder wie der EU-Ratspräsident Antonio Costa sagte: „Wir sind bereit, geeint, entschlossen… und sehen uns das Ganze nochmal in zwei Wochen an.“
Fazit: Die EU zögert, Trump droht, Macron fuchtelt mit dem Säbel, und irgendwo in Brüssel schreibt ein Praktikant zum 37. Mal den Satz „Wir streben eine faire Lösung an.“ Angst isst also tatsächlich die Seele auf – und die Handelspolitik gleich mit. Prost.
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