Präsident Donald Trump will in dieser Woche zwei einflussreiche Wirtschaftsämter neu besetzen: Die Leitung des Bureau of Labor Statistics (BLS) sowie einen Sitz im Gouverneursrat der US-Notenbank (Fed). Doch schon jetzt droht das Vertrauen in die Neutralität dieser Institutionen zu bröckeln.
1. Statistikchefin gefeuert – ohne Beweise
Trump hat die bisherige Chefin des US-Statistikamts BLS, Dr. Erika McEntarfer, entlassen – mit der unbelegten Behauptung, sie habe Jobdaten manipuliert, um seiner Präsidentschaft zu schaden. Experten sehen das als politischen Angriff auf die Glaubwürdigkeit von Wirtschaftsdaten.
Ökonom Robert Ruggirello spricht von einem „Schuss auf den Überbringer schlechter Nachrichten“. Tatsächlich beruhen die von Trump kritisierten Datenrevisionen auf normalen statistischen Anpassungen aufgrund neuer Rückmeldungen – wie bei einer Wetterprognose, die sich laufend aktualisiert.
Ohne glaubwürdige Arbeitsmarktdaten könnten Unternehmen, Investoren und die Fed kaum fundierte Entscheidungen treffen. Die Sorge: Trumps Verhalten untergräbt die Institution noch bevor ein Nachfolger benannt ist.
2. Fed-Gouverneurin tritt zurück – Trump kann Nachfolger bestimmen
Zudem hat Fed-Gouverneurin Adriana Kugler überraschend ihren Rücktritt angekündigt. Trump erhält damit die Chance, einen neuen Notenbank-Gouverneur zu ernennen, der künftig möglicherweise als neuer Fed-Chef im Gespräch sein könnte – besonders, wenn Jerome Powells Amtszeit im Mai 2026 endet.
Trump drängt seit Monaten auf aggressive Zinssenkungen, die Powell bislang verweigert – auch wegen Trumps umstrittener Zollpolitik. Die Angst ist groß, dass ein Trump-treuer Kandidat die Unabhängigkeit der Zentralbank aushöhlen könnte.
Ökonom Dario Perkins bringt es auf den Punkt: „Ich traue dem nächsten Fed-Chef schon jetzt nicht – und ich weiß nicht einmal, wer es ist.“
3. Politischer Druck schadet Vertrauen in Wirtschaft
Die Ernennung parteiischer Kandidaten in Schlüsselämter könnte die Verlässlichkeit staatlicher Wirtschaftskennzahlen infrage stellen. Das hätte weitreichende Folgen: Steigende Zinsen, fallende Investorenvertrauen und ein beschädigtes Image der US-Wirtschaft.
David Kelly von JPMorgan warnt: „Wer an den Zahlen zweifelt, treibt die Kreditkosten in die Höhe. Wenn der Präsident niedrige Zinsen will, muss er dafür sorgen, dass die Daten glaubwürdig sind.“
Fazit:
Trumps Personalrochaden wirken wie ein Versuch, wichtige Wirtschaftsämter politisch zu kontrollieren – was nicht nur das Vertrauen in Zahlen und Institutionen erschüttert, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität gefährden könnte. Statt Probleme zu lösen, feuert Trump den „Anzeigetafel-Betreuer“ – und riskiert damit ein Eigentor für die US-Wirtschaft.
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