Der Krieg mit Iran hat eine der sensibelsten Schlagadern der Weltwirtschaft getroffen: den Energiehandel im Persischen Golf. Während viele asiatische Staaten bereits unter akuten Versorgungsproblemen leiden, steht auch China vor einer Bewährungsprobe – allerdings mit besseren Karten als viele seiner Nachbarn.
Die Blockade wichtiger Schifffahrtsrouten, insbesondere rund um die Straße von Hormus, hat den globalen Ölmarkt erschüttert. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft normalerweise durch diese Passage. Seit Beginn der Eskalation sind Lieferketten gestört, Preise zeitweise auf bis zu 120 Dollar pro Barrel gestiegen.
Für Länder wie die Philippinen oder Indonesien hat das unmittelbare Folgen: Sie rationieren Energie oder greifen auf knappe Reserven zurück. China hingegen ist zwar der weltweit größte Ölimporteur – aber zugleich strategisch breiter aufgestellt.
Ein zentraler Vorteil: Diversifizierung. Während viele Staaten stark vom Golf abhängig sind, bezieht China einen erheblichen Teil seines Öls aus Russland. Hinzu kommen eigene Förderkapazitäten im Norden des Landes, die von den aktuellen Konflikten unberührt bleiben.
Noch wichtiger ist jedoch der Energiemix. Anders als westliche Industrienationen ist China weniger stark von Öl abhängig. Kohle dominiert weiterhin die Stromproduktion, erneuerbare Energien wachsen rasant. Bereits heute stammt ein großer Teil der installierten Kapazität aus Wind-, Solar- und Wasserkraft.
Das verschafft Peking Spielraum – ebenso wie massive strategische Reserven. Schätzungen gehen von bis zu drei Monaten Importbedarf aus, teils sogar mehr. Zusätzlich lagern Millionen Barrel Öl in Tankern vor der Küste – ein Puffer für kurzfristige Engpässe.
Doch die Widerstandsfähigkeit hat Grenzen. Auch China kann sich den globalen Marktmechanismen nicht entziehen. Steigende Preise treffen die Industrie, insbesondere die petrochemische Produktion. Und trotz wachsender Elektromobilität bleibt der Transportsektor stark vom Öl abhängig.
Zudem zeigt die Regierung bereits erste Gegenmaßnahmen: Berichten zufolge wurden Exporte von Treibstoffen eingeschränkt, um die Versorgung im Inland zu sichern und Preissprünge abzufedern.
Langfristig zahlt sich Pekings Strategie der vergangenen Jahrzehnte aus. Der massive Ausbau erneuerbarer Energien und der Boom bei Elektroautos reduzieren die Abhängigkeit von importiertem Öl – und damit auch die Verwundbarkeit in geopolitischen Krisen.
Doch kurzfristig gilt: Auch China kann sich nicht vollständig entkoppeln. Als größter Energieimporteur der Welt muss das Land höhere Preise akzeptieren – und die wirtschaftlichen Folgen tragen.
Der Iran-Krieg zeigt damit vor allem eines: Selbst gut vorbereitete Volkswirtschaften sind nicht immun gegen globale Schocks – sie können sie höchstens besser abfedern.
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