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Analyse des Jahresabschlusses 2023 der MAS Deutsche Beteiligungsgesellschaft mbH aus Anlegersicht

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1. Unternehmensprofil und Geschäftsmodell

Die MAS Deutsche Beteiligungsgesellschaft mbH ist eine kleine Kapitalverwaltungsgesellschaft mit Fokus auf die Verwaltung von Spezial-AIF (Alternative Investmentfonds) für professionelle und semiprofessionelle Anleger.

Kernaussagen zum Geschäftsmodell:

  • Outsourcing-basiert: Viele Funktionen (Risikomanagement, Berichtswesen, Rechnungswesen) sind ausgelagert.
  • Strategischer Fokus auf Fondsverwaltung und -beratung, ergänzt durch Zulassungen im Bereich Finanz- und Immobilienberatung (§34i und §34c GewO).
  • Erweiterung durch Beteiligung an der Schweizer Nawanon AG.

2. Finanzanalyse – Bilanz, Erträge, Liquidität

a) Ertragslage

Jahr Erträge Jahresüberschuss
2023 € 697.766 € 19.379
2022 € 1.048.649 € 44.854

Rückgang der Erträge um rund 33%.
Gewinn deutlich gefallen – dennoch wurde ein kleiner Jahresüberschuss erzielt.

Ursachen:

  • Fondsverwaltung weiter mit hohen Fixkosten belastet.
  • Neue Geschäftsfelder generieren zwar Umsätze, aber keine stabilen, wiederkehrenden Einnahmen.

Bewertung:
Positiv ist, dass trotz schwieriger Marktbedingungen ein Gewinn erzielt wurde. Die Ertragslage bleibt aber angespannt und stark projekt- und beratungsgetrieben, ohne nachhaltige Basis.

b) Vermögens- und Eigenkapitalsituation

Position 2023 2022
Bilanzsumme € 549.078 € 848.020
Eigenkapital € 96.372 € 76.993
EK-Quote 17,6 % 9,1 %

Bewertung:
Der Eigenkapitalanteil wurde verbessert, bleibt aber vergleichsweise niedrig. Der deutliche Rückgang der Bilanzsumme (–35 %) weist auf Mittelabflüsse oder Reduktion von Forderungen hin. Die Reduzierung der Verbindlichkeiten ist positiv zu bewerten, senkt jedoch auch den operativen Spielraum.

c) Liquidität und kurzfristige Zahlungsfähigkeit

  • Kassenbestand & Bankguthaben Ende 2023: nur noch € 28.598 (2022: € 66.266).
  • Forderungen gegenüber Gesellschaftern: € 318.302 → sehr hoher Anteil an Forderungen ist nicht kurzfristig liquidierbar.

Bewertung:
Die Liquidität erscheint angespannt. Der hohe Anteil an konzerninternen Forderungen kann die finanzielle Flexibilität beeinträchtigen.
Ein operatives Risiko besteht, wenn Projektumsätze ausbleiben.

3. Geschäftsentwicklung und Strategie

Positiv:

  • Diversifikation in neue Geschäftsfelder (Beratung, §34i/34c).
  • Strategische Fondsstruktur vorhanden, „sofort verfügbar“, aber noch nicht mit Assets under Management (AuM) hinterlegt.
  • Gute Reaktion auf stagnierende Fondsplatzierung durch Abrechnung projektbezogener Zusatzleistungen.
  • Kein Kundenbeschwerdemanagement notwendig – professionelles Auftreten.

Negativ:

  • Kein verwalteter Fonds mit Assets under Management zum Bilanzstichtag.
  • Wiederholte Rückabwicklungen von Fonds (z.B. DBH Fonds 1).
  • Nawanon AG erfüllt Erwartungen nicht.
  • Ein großer Teil der geplanten Erträge ist Zukunftsmusik (2024) – keine klaren Zusagen.
  • Fondsplatzierung mehrfach an Marktrisiken (Zinsen, Unsicherheit, Ukraine-Krieg) gescheitert.

4. Chancen- und Risikoanalyse

Chancen:

  • Wiederaufnahme der Fondsplatzierung (mind. 2 Fonds sollen 2024 aktiviert werden).
  • Neue Vertriebspartner im Bankensektor → potenziell stabilere Einnahmen.
  • Projektgeschäft zeigt erste Erfolge, Auslandsexpansion angedacht.

Risiken:

  • Fonds könnten erneut nicht gefüllt werden → Konzept gefährdet.
  • Wirtschaftliche Gesamtlage bleibt fragil, Zinsniveau weiterhin hoch.
  • Wettbewerb im Fondssegment ist intensiv.
  • Fehlende Skalierung macht die Gesellschaft verwundbar gegenüber Ausfällen.
  • Keine Bankdarlehen vorgesehen → Finanzierung rein aus Innenmitteln → begrenztes Wachstum.

5. Fazit aus Anlegersicht

🔍 Gesamtbewertung:

Kriterium Bewertung
Ertragskraft ⚠️ Schwach (rückläufig, instabil)
Finanzkraft ⚠️ Mittel (geringe Liquidität, moderates EK)
Wachstumsperspektive ✅ vorhanden, aber spekulativ
Managementstrategie ⚠️ reaktiv, hohe Abhängigkeit von Partnern
Risiko-Rendite-Profil ❗ Hochriskant

Anlegersicht:
Die MAS Deutsche Beteiligungsgesellschaft mbH befindet sich in einer kritischen Übergangsphase: Sie zeigt zwar Flexibilität und Überlebensfähigkeit, aber fehlende stabile Einnahmequellen, geringe Liquidität und bislang ausbleibende Fondsplatzierung machen sie derzeit zu einer Hochrisikoanlage.

Ein Investment in diese Gesellschaft ist nur für sehr risikobereite Anleger mit hoher Toleranz gegenüber temporären Verlusten geeignet. Eine verbesserte Einschätzung wäre frühestens nach erfolgreicher Fondsplatzierung in 2024 möglich

 

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