Im Rahmen ordnungsbehördlicher Prüfprozesse und nach wiederholtem Hinweisaufkommen durch externe Meldestellen sowie das gelegentliche Aufblitzen des gesunden Menschenverstandes hat die Stadt Leipzig – vertreten durch das Dezernat für Bau, Ordnung und unterdrücktes Zähneknirschen – mit Wirkung zum Mai des Jahres 2025 (schriftlich beurkundet, selbstverständlich per analogem Schreiben) die sofortige Nutzungsuntersagung der sogenannten „14-Zimmer-WG“ in der Demmeringstraße 100A, 04177 Leipzig-Lindenau verfügt.
Die Entscheidung erfolgte nach pflichtschuldig durchgeführter Anhörung der Eigentümer, Herrn Sven Schwarzat und Herrn Kevin Rader, die sich durch ein beachtliches Maß an kreativer Raumverwertung sowie durch die konsequente Vermeidung baurechtlicher Antragsstellungen hervorgetan haben.
Zur Sachlage:
Das betroffene Objekt – ein architektonisches Zeitzeugnis aus der Blütezeit der Rauchwarenindustrie – wurde offenbar als experimentelle Wohnform missverstanden. Der durch die Eigentümer vorgenommene Umbau in eine 14-Zimmer-Wohngemeinschaft auf einer Gesamtfläche von ca. 156 Quadratmetern kann als ambitioniertes soziales Kompaktwohnkonzept bezeichnet werden – leider ohne jegliche genehmigungsrechtliche Fundierung.
Obgleich einzelne Komponenten wie Sanitäranlagen, Feuerlöscheinrichtungen und Stromversorgung nur in fragmentarischer Ausprägung vorhanden waren, wurde die Mietpreisgestaltung an einer Marktorientierung aus Paralleluniversen ausgerichtet. Mit bis zu 30 Euro pro Quadratmeter präsentierte sich das Preis-Leistungs-Verhältnis in einer Form, die bei regulierenden Behörden eine Mischung aus Fassungslosigkeit und Bewunderung für die Dreistigkeit auslöste.
Amtliche Maßnahmen und Folgeaktivitäten:
Die betroffenen Mieterinnen und Mieter wurden in klassisch dezentem Amtsdeutsch zur freiwilligen Selbstverlagerung ihres Lebensmittelpunktes aufgefordert. Eine Frist von sechs Monaten wurde eingeräumt – großzügig bemessen, wenn man bedenkt, dass nicht einmal eine funktionierende Heizung zur Verfügung stand. Konkrete Unterstützungsmaßnahmen vonseiten der Eigentümer oder Verwaltung wurden mit dem bewährten Hinweis auf „Ressourcenengpässe“ bislang elegant vermieden.
Parallel zur Räumungsverfügung wurden – in wohldosierter Überraschung – erste städtische Maßnahmen zur Überprüfung weiterer Objekte des unternehmerischen Duos Schwarzat/Rader eingeleitet. Dabei kamen neben Lasermessungen und Fotodokumentation auch menschliche Augen zum Einsatz.
Rechtslage (mit einem Augenzwinkern):
Ob die gesetzlichen Normen gegen Mietwucher auch auf WG-Zimmer mit Tür-ähnlichen Durchgängen anwendbar sind, wird aktuell geprüft – unter anderem von Juristen mit Humorresistenz. Erste Indizien sprechen dafür, dass Einnahmen von über 2200 Euro pro Monat für 80 Quadratmeter zumindest moralisch fragwürdig, wenn nicht sogar mathematisch absurd sind.
Schlussbemerkung:
Die Stadt Leipzig sichert zu, sämtliche Maßnahmen weiterhin mit höchstmöglicher Umständlichkeit und unter Berücksichtigung aller datenschutzrechtlichen Ausreden durchzuführen. Auf persönliche Stellungnahmen der Eigentümer wird weiter spekuliert, bislang jedoch vergeblich. Ihre beredte Sprachlosigkeit könnte bald als eigene Form der Kommunikationsstrategie in Fachkreisen rezipiert werden.
Die Angelegenheit bleibt spannend. Man darf gespannt sein, welche kreativen Immobilieninnovationen demnächst zur Prüfung anstehen – selbstverständlich unter Einhaltung aller Formvorschriften und mit einem Formular, das mindestens dreifach gestempelt wird.
Kommentar hinterlassen