Unruhe im Königreich! Der große Donald I., Alleinherrscher über Tweets, Zinsen und Zäune, hat sich einen neuen Hofalchemisten für das sagenumwobene Finanzorakel Fed ausgesucht: Kevin Warsh, Mann mit Krawatte, Bankerfahrung und einem stabilen Händedruck.
Doch kaum war der goldene Thron für den neuen Geldzauberer poliert, da erhob sich Widerstand – aus den eigenen Reihen!
Senator Thom Tillis, seines Zeichens Parteisoldat und sonst eher für höfliches Nicken bekannt, hat plötzlich Rückgrat entwickelt. Mit revolutionärem Elan verkündete er via königlichem Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter):
„Ich blockiere Warsh, solange der alte Hofzauberer Powell noch unter Anklage steht.“
Trump, sichtlich entsetzt, entließ umgehend einen Blitz aus der imperialen Kommunikationskanone und nannte Tillis einen „Blockierer“ – was im höfischen Kontext etwa auf der Stufe von „Verräter“, „Hexenmeister“ oder „CNN-Korrespondent“ steht.
Ein Senator und sein gefährlicher Glaube an Demokratie
Tillis, offenbar inspiriert von einem alten Lexikon-Eintrag über „Gewaltenteilung“, behauptet nun steif und fest, dass ein einzelner Senator den Willen des Sonnenkönigs aufhalten dürfe.
„Ich will nur sicherstellen, dass die Fed kein verlängerter Arm von Mar-a-Lago wird“, sagte er in einer verschlüsselten Botschaft an die letzten verbliebenen Zyniker der Republik.
Doch Hofsprecher und Schönrechner Trump besteht darauf: Warsh sei „hochqualifiziert“. Schließlich habe er – so wird gemunkelt – bereits 2008 im Stillen einen Lehman-Karton getragen, ohne zu stolpern.
Powell, Paläste und Pinselrechnungen
Der eigentliche Grund für den Aufruhr? Jerome Powell, aktueller Fed-Vorsitzender und mittlerweile zum Staatsfeind Nr. 2 erklärt (nach Windkraftanlagen), soll zu viel Geld für die Renovierung seiner Zentralbankgemächer ausgegeben haben.
Laut interner Kreise hat er angeblich nicht nur goldene Wasserhähne bestellt, sondern auch einen neuen Teppich mit dem Aufdruck „Inflation ist auch nur ein Gefühl“. Die Ermittlungen laufen.
Powell wiederum nennt das Ganze eine „politische Inszenierung“, was in Trumpistan etwa so klingt wie: „Ich bin noch nicht fertig mit Denken.“
Was Warsh wirklich gesagt hat – oder auch nicht
Trump betonte, Warsh werde „vielleicht, vermutlich, unter Umständen“ die Zinsen senken, sobald er den Fed-Zauberstab übernimmt. Auf die Frage, ob es dazu eine konkrete Zusage gebe, antwortete Trump ausweichend:
„Er hat nichts gesagt. Und das war sehr deutlich.“
Übersetzt heißt das: Vielleicht hat Warsh genickt. Oder gezwinkert. Oder einfach nur zu lange den Raum nicht verlassen. In jedem Fall fühlt sich der Präsident sicher.
Fazit: Der König zittert – ein bisschen
Ob Warsh nun wirklich Fed-Chef wird oder ob Tillis‘ Mini-Revolte Schule macht, bleibt unklar. Sicher ist nur: Im Königreich Trump sind selbst geldpolitische Entscheidungen ein Politdrama mit allen Zutaten – Eitelkeit, Misstrauen, Intrige – und einem Präsidenten, der glaubt, Zinsen seien wie Golfplätze: je niedriger, desto besser.
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