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ADAC-Kreditkarten nach Betrugsvorwürfen: Solaris startet vorsichtigen Neustart – Verbraucher bleiben skeptisch

ulleo (CC0), Pixabay
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Monatelang hatte die Solarisbank die Ausgabe neuer ADAC-Kreditkarten gestoppt – jetzt nimmt sie wieder Neukunden an. Der Schritt erfolgt nach einer Phase massiver Kritik: Zahlreiche Kunden waren Opfer von Betrügern geworden, nachdem das Berliner FinTech das Kreditkartengeschäft des ADAC übernommen hatte.

Rückkehr ins Neukundengeschäft

Am 17. September hat Solaris die Neuausgabe von Kreditkarten still und leise wieder freigeschaltet. Der Konzern spricht von einem „kontrollierten Soft Launch“, um einen störungsfreien Ablauf zu gewährleisten. Der vorübergehende Stopp sei keine direkte Reaktion auf die Betrugsfälle, sondern eine übliche Maßnahme nach IT-Migrationsprojekten gewesen, betont die Bank. Aktuell existieren nach eigenen Angaben rund 700.000 Verträge mit etwa einer Million Kreditkarten, viele davon Partnerkarten.

Betrugsfälle belasten Vertrauen

Die Probleme sind damit jedoch nicht ausgestanden. Nach der Übernahme durch Solaris häuften sich die Kundenbeschwerden: Fälle von Kreditkartenbetrug, unzureichender Kundenservice und unklare Kommunikation. Auch die Verbraucherzentrale Bayern berichtete von zahlreichen Anfragen, wenngleich deren Zahl zuletzt zurückgegangen sei. Noch immer laufen zwei Unterlassungsklagen der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gegen Solaris.

Verbraucheranwälte kritisieren insbesondere, dass die Bank im Betrugsfall häufig die Verantwortung auf die Kunden abwälze, ohne deren angebliche Fahrlässigkeit ausreichend zu belegen. Der Rechtsanwalt Sebastian Koch vertritt derzeit rund 40 Geschädigte – die ersten Verhandlungen sind für Oktober und November angesetzt.

Reaktionen von ADAC und Verbraucherschützern

Der ADAC zeigt sich erleichtert, dass das Neukundengeschäft wieder aufgenommen wird. „Ein wichtiger Schritt zurück zu gewohntem Service“, heißt es vom Club. Doch die strukturelle Verantwortung bleibt heikel: Auf den Karten steht zwar der Name ADAC, doch abgewickelt wird das Geschäft von Solaris – und damit liegt das Risiko bei einem externen Anbieter ohne die Reputation einer klassischen Großbank.

Verbraucherschützer Sascha Straub warnt: Nur wenn die technischen Probleme und möglichen Systemfehler tatsächlich behoben sind, könne der Neustart für Wettbewerb und Kunden von Vorteil sein. Ansonsten drohe weiterer Vertrauensverlust – sowohl für Solaris als auch für den ADAC.

Ausblick

Ob der „Soft Launch“ tatsächlich der Beginn einer Rückkehr zur Normalität ist, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die juristischen Verfahren und die Aufarbeitung der Betrugsfälle werden Solaris noch Monate beschäftigen – und für Verbraucher bleibt die Frage offen, ob ihr Geld bei der ADAC-Kreditkarte wirklich sicher ist.

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