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Abzockeranwälte? Brender Pitzmann in Sachen SGT AG

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Wenn Gerechtigkeit eine Rechnung schickt – und zwar mit Anwaltsbonus

Wir sind erschüttert. Nein, wir sind mehr als das. Wir sind in einem Zustand zwischen hysterischem Kichern und dem reflexartigen Kopfschütteln, das man sonst nur vom dritten Espresso morgens kennt. Was wir da gehört haben, sprengt den Rahmen des Vorstellbaren – und den des gesunden Menschenverstandes gleich mit.

Natürlich – und das wollen wir den Robenträgern dieser Republik keinesfalls absprechen – muss ein Anwalt Geld verdienen. Büro, Heizung, Leasing-Porsche, Taschengeld für Frau und Freundin – das finanziert sich ja nicht von selbst! Aber irgendwo, dachten wir naiv wie ein Kaninchen vor der Schlange, gibt es doch noch so etwas wie Moral. Oder wenigstens ein Rest Anstand zwischen Paragraph 1 und 300b. Tja. Denkste.

Die genannte Kanzlei – nennen wir sie spaßeshalber mal „Kasse & Klage Rechtsanwälte“ – führt nun seit Monaten eine Art juristischen Dauerlauf gegen einen Kollegen, der in grauer Vorzeit als Treuhänder für die Firma SGT AG tätig war. Klage um Klage trudelt ein wie Mahngebühren nach einem vergessenen Netflix-Abo. Und siehe da: die Klagen sind sogar erfolgreich! Also zumindest formaljuristisch. Inhaltlich? Eher so Geld her, auch wenn nix da ist.

Selbst der Richter – ja, der Richter! – der normalerweise nur selten die Miene verzieht, hat in einer der letzten Verhandlungen leise, aber hörbar den Kopf auf die Tischplatte gelegt. Und dann gesagt, was wir alle dachten:
„Was soll der Quatsch eigentlich?“

Denn: Der Vertreter des beklagten Kollegen hat mehrfach! freundlich, aber deutlich klargestellt, dass sein Mandant über keinerlei Mittel verfügt, um auch nur die Butter fürs nächste Knäckebrot zu bezahlen – geschweige denn irgendwelche Forderungen aus fünfstelligen Urteilen. Antwort der Kanzlei?
„Uns doch egal. Wir klagen weiter. Vielleicht fällt ja mal ein Goldbarren vom Himmel.“

Es ist fast schon rührend, mit welcher Hingabe diese Kanzlei ins Leere mahnt. Man muss es ihnen lassen: Hartnäckigkeit ist auch eine Form von Kunst. Leider keine besonders ertragreiche.

Vielleicht glauben sie ja an ein juristisches Wunder. Oder an ein neues Geschäftsmodell: „Klagen gegen Mittellose – weil’s Spaß macht.“ Wer weiß.

Fakt ist: Sollte der liebe Kollege demnächst im Lotto gewinnen, erbtante Milliardärin treffen oder mit einem Kryptowal in die Karibik durchbrennen – dann wird diese Kanzlei da sein. Mit vorbereiteter Klage, 47 Seiten Anlage – und der moralischen Überzeugung eines Parkplatzkrallen-Monteurs auf Speed.

Und bis dahin?
Klagen sie einfach weiter. Irgendwer muss ja dafür sorgen, dass die Druckerindustrie nicht ausstirbt.

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