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Abschreckendes Urteil?

Daniel_B_photos (CC0), Pixabay
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In einem aufsehenerregenden Urteil, das ein deutliches Zeichen gegen die rücksichtslose Raserei auf deutschen Straßen setzt, hat das Landgericht Hannover heute im zweiten Prozess um das fatale illegale Autorennen bei Barsinghausen ein Exempel statuiert.

Die Haupttäterin, eine 43-jährige Frau, deren Name aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht genannt wird, wurde zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Ihr 30-jähriger Mitangeklagter erhielt eine Freiheitsstrafe von vier Jahren. Das Gericht verschärfte damit das Urteil gegen die Hauptangeklagte erheblich und sendete eine unmissverständliche Botschaft an potenzielle Nachahmer.

Die Tragödie ereignete sich an einem kalten Februarabend im Jahr 2022, als die beiden Angeklagten die Landstraße bei Barsinghausen in ein tödliches Rennstrecke verwandelten. Mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit von 180 km/h – mehr als das Doppelte der erlaubten 70 km/h – rasten sie Seite an Seite durch die Nacht. In einer verhängnisvollen Kurve verlor die Haupttäterin die Kontrolle über ihr hochmotorisiertes Fahrzeug und krachte mit voller Wucht in den Wagen einer ahnungslosen Familie.

Die Bilanz dieses Moments der Hybris: Zwei junge Leben, ausgelöscht in Sekundenschnelle. Ein sechsjähriges Mädchen und ihr zweijähriger Bruder – unschuldige Opfer einer sinnlosen Raserei – starben noch an der Unfallstelle. Die Eltern überlebten schwer verletzt, ihre Leben für immer gezeichnet von diesem unfassbaren Verlust.

Richter Dr. Michael Sommer fand in seiner Urteilsbegründung deutliche Worte: „Was wir hier gesehen haben, ist kein Kavaliersdelikt, kein Ausrutscher, sondern kaltblütiger Mord. Die Angeklagten haben mit voller Absicht das Leben anderer aufs Spiel gesetzt, für nichts weiter als einen kurzen Adrenalinkick.“

Das Gericht folgte damit der Argumentation der Staatsanwaltschaft, die auf Mord plädiert hatte. Die Verteidigung hatte vergeblich versucht, das Geschehen als tragischen Unfall darzustellen.

Dieser Fall, der die Gemüter in ganz Deutschland erregte, hatte bereits in einem ersten Prozess für Aufsehen gesorgt. Das damalige Urteil war jedoch wegen Rechtsfehlern vom Bundesgerichtshof aufgehoben worden – eine Entscheidung, die viele als Schlag ins Gesicht der Opferfamilie empfanden.

Mit dem heutigen Urteil setzt das Gericht ein klares Zeichen: Illegale Autorennen werden nicht als Kavaliersdelikte behandelt, sondern als das, was sie sind – eine tödliche Gefahr für die Allgemeinheit.

Verkehrsexperte Prof. Dr. Klaus Müller von der Universität Hannover begrüßt das Urteil: „Dieses Strafmaß hat Signalwirkung. Es zeigt potenziellen Rasern, dass sie nicht nur mit einem Führerscheinentzug rechnen müssen, sondern dass ihr gesamtes Leben auf dem Spiel steht.“

Die Eltern der getöteten Kinder, die dem Prozess beiwohnten, zeigten sich erleichtert, aber gezeichnet von den Strapazen der letzten Jahre. „Kein Urteil der Welt kann uns unsere Kinder zurückbringen“, sagte der Vater mit tränenerstickter Stimme, „aber wir hoffen, dass dieses Urteil andere davon abhält, den gleichen schrecklichen Fehler zu begehen.“

Während die Verurteilten in Revision gehen können, bleibt die Hoffnung, dass dieses Urteil als Präzedenzfall dient und eine abschreckende Wirkung auf jene hat, die versucht sein könnten, die Straßen als ihre persönliche Rennstrecke zu missbrauchen.

In einer Zeit, in der die Zahl illegaler Straßenrennen stetig zunimmt, sendet dieses Urteil eine klare Botschaft: Wer das Leben anderer so leichtfertig aufs Spiel setzt, muss mit der vollen Härte des Gesetzes rechnen. Es bleibt zu hoffen, dass diese Botschaft gehört wird und künftig Leben rettet.

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