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„Abgas mit Aussicht – Vier Manager im Kreuzverhör der Abgas-Götter“

parveender (CC0), Pixabay
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Ort des Geschehens: Ein leerer VW-Bürotrakt, umgebaut zu einer Talkshow-Kulisse mit Dieselduft und schlechten Ausreden.

Moderatorin: Scharlotta Schwindel, bekannt aus Formaten wie „Geld stinkt doch nicht“ und „Wer lügt, gewinnt!“

Scharlotta Schwindel:
Willkommen zu „Abgas mit Aussicht“, der einzigen Talkshow, bei der selbst das Publikum einen Partikelfilter braucht! Heute bei mir: die frisch verurteilte Riege aus dem Dieseltheater. Meine Gäste: DB Chreisler, Johnny Fehler in allen Teilen, Micky Fuck or Repair Daily und last but not lease – Dena Bandlei! Applaus bitte!

(Applaus von zwei verbliebenen VW-Aktionären, einer hustet)

Scharlotta:
Herr Chreisler, Sie waren jahrelang bei VW für „strategische Realitätsvermeidung“ zuständig. Wie fühlt es sich an, endlich mit dem Gesetz konfrontiert zu werden?

DB Chreisler:
Nun, ich würde sagen, das war alternativlos. Wir haben lediglich die Realität… optimiert. Die Motoren liefen hervorragend – nur eben auf dem Prüfstand. Und wer lebt schon im echten Leben?

Scharlotta:
Herr Fehler, Ihr Spitzname in der Konzernzentrale war „Check Engine Johnny“. Was sagen Sie zu Ihrer Haftstrafe?

Johnny Fehler:
Also, das ist ein Missverständnis. Ich dachte, wir programmieren nur ein Easter Egg! Ich meine, wer hätte gedacht, dass eine „Schummelsoftware“ nicht einfach ein Spaß-Feature ist?

Scharlotta:
Frau Fuck or Repair Daily – Sie waren die Schnittstelle zwischen Marketing und Märchenbuchredaktion. Wie konnte das passieren?

Micky:
Sehen Sie, wir wollten einfach wieder Träume verkaufen. Saubere Diesel! Wie ein Einhorn mit Rußfilter! Und außerdem: Wenn’s in den USA klappt, klappt’s doch überall, oder? (zwinkert)

Scharlotta:
Frau Bandlei – Sie galten einst als „Eisprinzessin der Emissionswerte“, jetzt stehen Sie unter Bewährung. Bereuen Sie etwas?

Dena Bandlei:
Nur, dass wir nicht gleich auf Elektro umgestellt haben – so hätte man den Skandal wenigstens leise überspielen können. Aber hey: Wer braucht Moral, wenn man Compliance-Abteilungen hat?

Scharlotta:
Was sagen Sie alle zu den rund 33 Milliarden Euro, die VW bislang der Spaß gekostet hat?

Alle im Chor:
Peanuts! Für echte Innovation muss man eben zahlen! Und Notlügen sind bekanntlich der Schmierstoff jeder Industrie!

Scharlotta:
Zum Schluss: Ein Wort zur Zukunft?

DB Chreisler:
Wir planen eine neue App: „Diesel-Gatekeeper“ – erkennt alle legalen Grauzonen in Echtzeit.

Johnny Fehler:
Ich arbeite an einer KI, die Ethik simulieren kann.

Micky:
Ich schreibe ein Kinderbuch: „Der kleine Rußkobold und der magische Katalysator“.

Dena:
Ich mache jetzt Coaching – für Manager, die auch mal erwischt werden wollen.

Scharlotta:
Damit zurück ins Funkloch – danke fürs Einschalten bei „Abgas mit Aussicht!“. Denken Sie dran: Wer nichts zu verbergen hat, hat wahrscheinlich nicht für VW gearbeitet.

(Jingle ertönt: „Diesel-Dreams are made of cheats…“)

Ende.


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