Die kuwaitischen Sicherheitsbehörden haben einen weitverzweigten Ring illegaler Schnapsbrenner ausgehoben. Insgesamt 67 Personen wurden festgenommen, nachdem es in den vergangenen Tagen zu einer Serie tödlicher Alkoholvergiftungen gekommen war. Nach Angaben des Innenministeriums sind mindestens 23 Menschen gestorben, nachdem sie gepanschte Getränke konsumiert hatten.
Illegale Destillen entdeckt
Bei großangelegten Razzien stießen die Ermittler auf sechs illegale Destillen, die bereits in Betrieb waren. Diese befanden sich sowohl in Wohnhäusern als auch in Industrieanlagen. Zudem wurden vier weitere Brennereien beschlagnahmt, die kurz vor der Inbetriebnahme standen. Die Behörden sprechen von einer professionell organisierten Struktur, die trotz des strikten Alkoholverbots in Kuwait ein florierendes Schwarzmarktgeschäft betrieb.
Alkohol streng verboten
In Kuwait gilt seit Jahrzehnten ein striktes Alkoholverbot: Herstellung, Verkauf und Konsum sind illegal und können mit hohen Geld- und Haftstrafen geahndet werden. Dennoch existiert ein lukrativer Schwarzmarkt, auf dem geschmuggelter oder selbst hergestellter Alkohol angeboten wird. Besonders riskant sind Getränke aus illegalen Brennereien, da sie häufig Methanol enthalten – ein hochgiftiger Alkohol, der zu Erblindung oder zum Tod führen kann.
Innenministerium warnt Bevölkerung
Das Innenministerium rief die Bevölkerung dazu auf, Verdachtsfälle von illegaler Alkoholproduktion sofort zu melden. Gleichzeitig warnte es eindringlich vor den gesundheitlichen Gefahren. „Diese Vorfälle zeigen, dass der Konsum solcher Produkte lebensgefährlich ist“, hieß es in einer Mitteilung.
Wiederkehrendes Problem in der Region
Tödliche Fälle durch gepanschten Alkohol sind in Ländern mit strengen Alkoholverboten kein Einzelfall. Auch in Saudi-Arabien, Iran oder Irak kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu ähnlichen Tragödien. Experten sehen darin ein Dilemma: Einerseits halten die Behörden an harten Verboten fest, andererseits fördert genau dies den Schwarzmarkt und die damit verbundenen Risiken.
Die Ermittlungen gegen die 67 Verdächtigen dauern an. Ihnen drohen langjährige Haftstrafen.
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