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2D ist zurück – und moderner denn je

Hansuan_Fabregas (CC0), Pixabay
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Jump’n’Run-Spiele wirken heute oft wie eine Zeitreise: Pixelgrafik, seitlich scrollende Levels und Figuren, die hüpfen, kämpfen und Abgründe überwinden. Doch was auf den ersten Blick nach Retro aussieht, ist längst eine eigenständige, zeitgenössische Stilrichtung. Spätestens seit dem mit Spannung erwarteten „Hollow Knight: Silksong“ ist klar: 2D-Plattformer sind nicht Nostalgie – sie sind Gegenwart.

Was bedeutet eigentlich 2D?

„2D“ steht für zweidimensional. Das bedeutet: Die Spielwelt erstreckt sich nur in Höhe und Breite – nicht in die Tiefe. Figuren bewegen sich meist von links nach rechts (oder umgekehrt), springen nach oben, fallen nach unten, aber nicht „in den Raum hinein“, wie es bei 3D-Spielen möglich ist.

In klassischen 3D-Spielen hingegen gibt es eine vollständige räumliche Tiefe. Die Kamera ist frei beweglich oder folgt der Figur durch eine dreidimensionale Welt. Man kann sich nach vorne, hinten, links und rechts bewegen, oft mit frei steuerbarer Perspektive.

2D bedeutet also nicht „einfacher“ – sondern anders. Der Fokus liegt stärker auf präzisem Timing, Leveldesign und direkter Spielmechanik. Viele moderne 2D-Games kombinieren dabei klassische Pixeloptik mit aufwendigen Licht- und Animationseffekten, die technisch alles andere als retro sind.

Rayman: Ein Klassiker wird gefeiert

Ein Paradebeispiel für die 2D-Tradition ist „Rayman“. Die ikonische Figur ohne Arme und Beine erschien erstmals 1995 auf der ersten PlayStation. Zum 30-jährigen Jubiläum gibt es nun eine Anniversary Edition mit verschiedenen Versionen des Originals für PC und aktuelle Konsolen. Ergänzt wird das Paket durch Entwicklerinterviews, Archivmaterial und Designdokumente – ein spannender Blick zurück in die Spielehistorie.

„God of War“ in 2D

Überraschend ist die Veröffentlichung von „God of War: Sons of Sparta“ für die PS5. Statt monumentaler 3D-Schlachten setzt dieser Ableger auf eine 2D-Perspektive und erzählt Jugendabenteuer von Kratos. Optisch dominieren düstere Grau- und Brauntöne.

Spielerisch richtet sich der Titel eher an eingefleischte Fans und sogenannte Metroidvania-Expert:innen – also Spieler, die komplexe, verzweigte Karten und forderndes Leveldesign schätzen. Dass eine große Actionmarke wie „God of War“ in 2D erscheint, zeigt jedoch, wie etabliert dieses Format inzwischen ist.

2D mit Tiefenwirkung: „Replaced“

Wie modern 2D aussehen kann, beweist das Noir- und Cyberpunk-Spiel „Replaced“. Obwohl die Spielfigur klassisch seitlich durch die Welt läuft, erzeugen raffinierte Licht- und Schatteneffekte sowie detailreiche Hintergründe eine beeindruckende visuelle Tiefe.

Hier zeigt sich der Unterschied zwischen früher und heute besonders deutlich: Während 2D in den 1980ern oft aus technischen Gründen entstand, ist es heute eine bewusste Designentscheidung. Moderne 2D-Spiele verbinden klassische Spielmechanik mit zeitgemäßer Grafiktechnologie.

„Castlevania“ kehrt zu seinen Wurzeln zurück

Auch die Traditionsreihe „Castlevania“ besinnt sich auf ihre Anfänge. 1986 war die zweidimensionale Pixeloptik schlicht der Stand der Technik. Später wechselte die Serie in 3D-Welten.

Mit „Castlevania: Belmont’s Curse“ kehrt sie nun zum klassischen 2D-Look zurück. Entwickelt wird das Spiel von Studios, die mit modernen 2D-Hits wie „Dead Cells“ oder „The Rogue Prince of Persia“ bewiesen haben, dass das Genre lebendiger ist denn je.

Anspruchsvoll wie früher

Eines ist allerdings gleich geblieben: Viele 2D-Plattformer sind fordernd. Präzises Springen, taktische Kämpfe und schwierige Passagen gehören zum Genre. Geduld ist gefragt – genau wie in den Klassikern der 1980er- und 1990er-Jahre.

Der Unterschied: Heute ist 2D kein technischer Kompromiss mehr, sondern eine kreative Entscheidung. Es geht nicht um Nostalgie allein, sondern um ein bewusst gewähltes Spielerlebnis mit klarer Struktur, direkter Steuerung und stilistischer Eigenständigkeit.

2D ist also nicht rückwärtsgewandt – sondern eine moderne Form, Spiele zu erzählen.

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