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24-Stunden-Streik legt Griechenland lahm – Proteste gegen neues Arbeitsgesetz

geralt (CC0), Pixabay
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Griechenland steht still: Mit einem landesweiten 24-Stunden-Streik haben Beschäftigte im öffentlichen Dienst, im Verkehr und in zahlreichen anderen Bereichen gegen ein umstrittenes Arbeitsgesetz protestiert, das derzeit im Parlament debattiert wird. Besonders betroffen sind Fähren, Flug- und Bahnverbindungen – viele Inseln sind dadurch vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten.

Der Streik trifft auch den Tourismus, eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes. In den Häfen von Piräus und Thessaloniki blieben am Dienstag nahezu alle Schiffe liegen. Der öffentliche Nahverkehr in Athen ist stark eingeschränkt, Busse und U-Bahnen verkehren nur unregelmäßig.

Hintergrund der Proteste ist ein Gesetzesvorhaben der Regierung unter Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis, das mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten ermöglichen soll. Künftig sollen Arbeitnehmer auf freiwilliger Basis bis zu 13 Stunden täglich arbeiten können. Gewerkschaften sehen darin jedoch den Versuch, Arbeitsrechte auszuhöhlen und Überstunden zu legalisieren, ohne sie angemessen zu vergüten.

„Das ist kein Fortschritt, das ist Rückschritt ins 19. Jahrhundert“, kritisierte der Vorsitzende der größten Gewerkschaft GSEE, Giannis Panagopoulos. Die Regierung argumentiert dagegen, das Gesetz schaffe moderne Arbeitsbedingungen und helfe, Schwarzarbeit zu bekämpfen.

In Athen und Thessaloniki versammelten sich am Vormittag Tausende Demonstranten. Auf Transparenten standen Parolen wie „Wir sind keine Maschinen“ und „Nein zur 13-Stunden-Schicht“. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, die Kundgebungen verliefen bislang friedlich.

Beobachter sehen den Streik als Test für die gesellschaftliche Akzeptanz der Arbeitsreformen. Schon in den vergangenen Jahren hatte die konservative Regierung mehrfach versucht, das Arbeitsrecht zu liberalisieren – stets begleitet von heftigen Protesten.

Ob der Widerstand den Gesetzesplan tatsächlich stoppt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Unmut in der Bevölkerung ist groß – und viele Griechen befürchten, dass unter dem Deckmantel der „Flexibilität“ am Ende nur mehr Arbeit für weniger Lohn übrig bleibt.

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