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Zollfakten ab 1. Juli 2024

stevepb (CC0), Pixabay
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Die EU-Kommission lässt den Streit um Zölle für importierte chinesische Elektroautos eskalieren und stellt ab dem 1. Juli Strafzölle in Aussicht. Betroffen ist unter anderem der große E-Autobauer BYD, der bereits in 15 europäischen Ländern seine Fahrzeuge verkauft. Ob die Zölle von bis zu 38,1 Prozent tatsächlich erhoben werden, hängt davon ab, ob mit China eine alternative Lösung gefunden werden kann.

Derzeit liegen die Zölle bei 10 Prozent. Zukünftig soll BYD einem Importzoll von 17,4 Prozent unterliegen. Für Autos des Herstellers Geely sind 20 Prozent und für Fahrzeuge des staatlichen chinesischen Volkswagen-Partnerkonzerns SAIC 38,1 Prozent vorgesehen.

Die EU-Kommission beschloss diesen Schritt, nachdem sie im vergangenen Herbst eine Wettbewerbsuntersuchung gegen China eingeleitet hatte. Der Vorwurf lautet, dass China durch staatliche Subventionen seine E-Autos zu Dumpingpreisen anbietet, was der europäischen Autoindustrie schade. Damit folgt die EU-Kommission dem Beispiel der USA, die ihre Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge auf 100 Prozent erhöht haben.

Europäische Autobauer, darunter die VW-Tochter Audi, haben sich klar gegen die Zölle ausgesprochen und fürchten Vergeltungsmaßnahmen auf dem wichtigen chinesischen Markt. Audi erklärte, es sei fraglich, ob Zölle das richtige Mittel seien, um Wertschöpfung in Europa zu fördern. Abschottung sei der falsche Weg. Audi beobachtet den Wettbewerb aus China aufmerksam und ist bereit, die Herausforderung anzunehmen und die eigene Transformation voranzutreiben.

Auch der weltweit größte Autozulieferer Bosch warnt vor Handelsbarrieren gegen Elektroautos aus China. Bosch-Chef Stefan Hartung sagte, er sei gegen eine zollbasierte Politik, da sie eine Kettenreaktion auslösen könnte. Er befürchtet, dass höhere Importzölle das Wirtschaftswachstum bremsen und die Inflation anheizen könnten, was große Teile der Bevölkerung betreffen würde. Ein Handelskonflikt zwischen den Märkten USA und China könnte der Weltwirtschaft erheblichen Schaden zufügen.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) äußerte ebenfalls Bedenken gegenüber den angekündigten Zöllen. Die VDA-Präsidentin warnte vor einem wachsenden Risiko eines globalen Handelskonflikts und forderte, dass China und die EU-Kommission in Dialog treten sollten, anstatt sich gegenseitig mit Einschränkungen zu drohen.

Die deutschen Autobauer und ihre Zulieferer sind nicht nur in der Produktion eng mit China verbunden, sondern auch der chinesische Absatzmarkt ist enorm wichtig für Audi, BMW, Daimler und andere. Europäische Handelseinschränkungen könnten dazu führen, dass China mit ähnlichen Maßnahmen reagiert.

Das chinesische Außenministerium hat bereits angekündigt, die Strafzölle nicht hinzunehmen und „alle Maßnahmen in Erwägung“ zu ziehen, um die eigenen Interessen zu verteidigen. Sonderzölle der EU auf Elektroautos würden Marktregeln verletzen und seien auch gegen die Interessen der EU.

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