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„Zoll mir das Wasser ab, Europa!“ – Trumps Grönland-Show eskaliert

geralt (CC0), Pixabay
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Von unserer transatlantischen Chaos-Korrespondur

US-Präsident Donald Trump hat wieder zugeschlagen – verbal, versteht sich. Und diesmal trifft es nicht China, Mexiko oder CNN, sondern acht europäische Staaten, denen er via Sonderzölle klarmachen will: „Wenn ich Grönland nicht haben kann, dann bekommt ihr teurere Waschmaschinen!“ Eine klare Ansage, wenn auch eher im Stil eines Kindergartenkönigs mit einem Weltmachtknopf.

Die EU hingegen bleibt erstaunlich ruhig – zumindest offiziell. Hinter den Kulissen dürfte allerdings der diplomatische Schnapsvorrat rasant schrumpfen.

„Grönland oder Zölle – sucht’s euch aus!“

Der Grund für Trumps Wutanfall? Die EU-Länder haben es gewagt, eine kleine NATO-Erkundungsmission nach Grönland zu schicken, um der Region ein bisschen sicherheitspolitischen Beistand zu geben – nicht, um sie auf Ebay zu versteigern. Das reicht Trump offenbar schon für einen handelskriegerischen Wutanfall.

Ab 1. Februar sollen alle Importe aus den betroffenen Ländern mit zehn Prozent Zoll belegt werden, ab Juni dann mit 25 Prozent. Oder wie Trump es nennt: „Flexibler Verhandlungsspielraum.“

Europa so: „Njet, Merci, No Way!“

Die betroffenen Länder – darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Co. – zeigten sich unbeeindruckt und erinnerten höflich, aber bestimmt daran, dass das mit der Souveränität kein „Wünsch dir was“-Prinzip ist.

„Europa lässt sich nicht erpressen“, sagte Dänemarks Premierministerin Mette Frederiksen. „Und schon gar nicht von einem Immobilienmakler mit Atomcodes.“ (Letzteres hat sie so nicht gesagt, aber man konnte es zwischen den Zeilen hören.)

Macron zückt die „Handels-Bazooka“

Frankreichs Präsident Macron wiederum zückte die ganz große rhetorische Waffe und brachte ein EU-Instrument ins Spiel, das klingt wie aus einem James-Bond-Film: Die „Bazooka gegen Zwangsmaßnahmen“. Im Klartext: „Wer mit Zöllen droht, bekommt keine Croissants mehr.“

„Make America Go Away“

Während Trump sich also an Grönland festbeißt wie ein schlecht trainierter Schlittenhund, demonstrieren in Kopenhagen und Nuuk tausende Menschen. Mit Bannern wie „Grönland steht nicht zum Verkauf“ und Kappen, auf denen frech „Make America Go Away“ prangt, wird klar: Auch diplomatische Geduld hat ihre Grenzen – spätestens, wenn man zur Zielscheibe von Immobilienphantasien mit Weltmachtambition wird.

Grönlands Ministerin Naaja Nathanielsen fasst die Lage treffend zusammen: „Wir leben in außergewöhnlichen Zeiten, die nicht nur Anstand, sondern auch Mut erfordern.“ Und einen guten Humor, möchte man ergänzen.

Und in den USA? 17 % sind dafür – wahrscheinlich aus Versehen

Derweil zeigen Umfragen, dass selbst in den USA nur 17 Prozent der Bürger:innen Trumps „Buy Grönland“-Plan gut finden – der Rest hält es für einen schlechten SNL-Sketch. Trump selbst nennt die Zahlen wie gewohnt „Fake“, vermutlich weil sie nicht von Fox News stammen.

Fazit: Bitte nicht anfassen

Grönland bleibt dänisch. Europa bleibt souverän. Trump bleibt Trump. Und die Welt bleibt gespannt, welches geopolitische Möbelstück der US-Präsident als Nächstes kaufen möchte. Island? Das Matterhorn? Den Mond?

Aber eins steht fest: Wenn Diplomatie ein Tanz ist, dann tanzt Trump Walzer – mit Skischuhen.

 

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