Die USA inszenieren sich erneut als Weltpolizist – diesmal vor der Küste der Dominikanischen Republik. Dort griffen US-Militärjets ein Schnellboot an, angeblich beladen mit einer Tonne Kokain. Ergebnis: drei Tote, ein in Flammen aufgehendes Boot und ein Video, das Donald Trump stolz auf seiner Plattform Truth Social präsentiert – als wäre es ein Actionfilm-Trailer.
Der Angriff erfolgte 80 Seemeilen vor der Insel Beata. Ermittler vermuten, dass das Boot aus Venezuela kam. Genau dort hatten US-Einheiten bereits zuvor mehrfach zugeschlagen. Washington wirft Venezuelas Präsident Nicolás Maduro seit Jahren vor, mit Drogenkartellen zu paktieren. Der wies die Anschuldigungen erneut zurück und bot – zum wiederholten Mal – Dialog an. Die USA reagierten nicht mit Worten, sondern mit Bomben.
Besonders brisant: Es war bereits der dritte US-Angriff in der Karibik, bei dem insgesamt über ein Dutzend Menschen ums Leben kamen. Anstatt Schmugglerschiffe wie international üblich aufzubringen, die Ladung zu beschlagnahmen und die Besatzung vor Gericht zu stellen, setzt das US-Militär auf blanke Zerstörung. Keine Festnahmen, keine Ermittlungen – nur Feuerkraft.
Trump, der den Einsatz schon am Freitag angekündigt hatte, verschwieg damals noch den Ort. Jetzt feiert er das Ergebnis als Triumph, während Tote im Meer treiben. Menschenrechte? Rechtsstaatliche Verfahren? In diesem „Krieg gegen Drogen“ scheinen sie Nebensache.
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