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Zehn Jahre nach Merkels „Wir schaffen das“: Wie Deutschland sich durch die Flüchtlingsaufnahme verändert hat

hafteh7 (CC0), Pixabay
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Vor genau einem Jahrzehnt öffnete die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel die Grenzen für hunderttausende Schutzsuchende – ein Schritt, der Deutschland bis heute prägt.

Symbolfigur einer Epoche

Einer von ihnen ist Anas Modamani. 2015 floh er als 17-Jähriger aus Syrien nach Deutschland. Wenige Tage nach seiner Ankunft machte ein Selfie mit Merkel Schlagzeilen weltweit. Heute lebt Modamani in Berlin, arbeitet in der IT und produziert Inhalte für soziale Medien. „Damals war die Ankunft in München der beste Moment meines Lebens“, erinnert er sich.

Dimension der Zuwanderung

Allein 2015 und 2016 stellten über 1,1 Millionen Menschen einen Asylantrag in Deutschland. Insgesamt wurden von 2015 bis Ende 2024 rund 2,6 Millionen Erstanträge registriert – überwiegend von Menschen aus Syrien, Afghanistan und Irak. Deutschland blieb in der EU das wichtigste Zielland: Ein Drittel aller Asylanträge in Europa wurde hier gestellt.

Politische und gesellschaftliche Folgen

Die Aufnahmebereitschaft, zunächst unter dem Schlagwort „Willkommenskultur“, stieß bald an Grenzen. Nach den Kölner Silvesterübergriffen 2015/16 verschärfte sich der Ton, und die AfD stieg zur wichtigsten Oppositionspartei auf. In einer aktuellen ARD-Umfrage sprechen sich 68 Prozent der Befragten für eine Begrenzung der Flüchtlingszahlen aus – 2015 waren es nur 38 Prozent.

Der heutige Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), ein Kritiker von Merkels Kurs, reagierte mit härteren Migrationsregeln: mehr Grenzschutz, schnellere Zurückweisungen. Ein Berliner Gericht erklärte Teile dieser Maßnahmen bereits für rechtswidrig.

Persönliche Perspektiven

Für Modamani hat sich die Stimmung spürbar verändert: „Damals wollte Deutschland helfen, heute reden Politiker ständig über Abschiebungen.“ Ob er langfristig bleibt, ist für ihn offen. „Wenn die Situation schlechter wird, suche ich mir vielleicht ein anderes Land, wo ich mich willkommen fühle.“

Bilanz

Was bleibt, ist ein tief gespaltenes Erbe: Die Entscheidung von 2015 rettete vielen Menschen das Leben – und veränderte zugleich das politische Klima in Deutschland und Europa dauerhaft.

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