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XXV. Olympische Winterspiele eröffnet – die Natur durfte zuschauen, leider nur von Weitem

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Nach 20 Jahren Pause sind die Olympischen Winterspiele endlich wieder in Italien eröffnet worden – und zwar gleich doppelt, weil ein einzelner Ort offenbar nicht genug Beton, Technik und Emissionen hergegeben hätte. In Mailand und Cortina wurde kurz vor Mitternacht feierlich das olympische Feuer entzündet. Effizienz ist bekanntlich überbewertet, vor allem wenn man sie durch symbolträchtige Flugkilometer ersetzen kann.

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry sprach in ihrer Rede von der „Magie“ der Olympischen Spiele, die Menschen zusammenbringe. Die Natur wurde dabei ebenfalls zusammengebracht – allerdings eher mit Stromleitungen, Schneekanonen und Infrastrukturprojekten, die man sonst nur aus Umweltverträglichkeitsgutachten kennt, die niemand liest.

Ein Feuer, zwei Orte – und ein CO₂-Fußabdruck zum Niederknien

Historisch sei es, hieß es, dass das olympische Feuer erstmals gleichzeitig an zwei Orten entzündet wurde. Als Umweltschützer freut man sich besonders: Endlich doppelte Symbolik, doppelter Energieeinsatz, doppelter Transportaufwand. Deborah Compagnoni, Alberto Tomba und Sofia Goggia entzündeten die Flammen – irgendwo zwischen Romantik, Pathos und der Frage, wie viele Liter Kerosin diese Choreografie wohl gekostet hat.

16 Tage lang wird nun um Gold, Silber und Bronze gekämpft – und nebenbei auch um die verbliebenen Schneereste der Alpen.

Farbenfroh, fröhlich – und politisch hörbar

Die Eröffnungsfeier im altehrwürdigen San-Siro-Stadion war, wie versprochen, farbenfroh und freundlich. Über 1.300 Darsteller sorgten für Opern-Atmosphäre, unterstützt von Andrea Bocelli, Lang Lang, Cecilia Bartoli und Mariah Carey. Wenn schon Klima, dann wenigstens mit Gänsehaut.

Ganz ohne Misstöne ging es dennoch nicht: Beim Einzug Israels und bei der Einblendung des US-Vizepräsidenten JD Vance gab es Buhrufe. Wenigstens etwas Echtheit in einer ansonsten perfekt durchinszenierten Wohlfühlshow.

Dezentrale Spiele – zentraler Ressourcenverbrauch

Weil Nachhaltigkeit heutzutage vor allem bedeutet, Dinge möglichst kompliziert zu organisieren, marschierten die Athletinnen und Athleten gleich an vier verschiedenen Orten ein. Das wirkte weniger imposant, aber logistischer Wahnsinn ist bekanntlich auch eine olympische Disziplin.

Österreich sorgte für eine „Premiere“: Fahnenträger Benjamin Karl trug Kollegin Anna Gasser samt Fahne auf den Schultern. Laut Eigenaussage war das Ganze wackelig und anstrengend – ein schönes Sinnbild für den ökologischen Balanceakt dieser Spiele.

Harmonie, Magie und ein bisschen Schneemangel

Die Veranstalter versprechen Harmonie, Magie und olympischen Geist. Was sie nicht versprechen: dauerhaften Schnee ohne massive technische Unterstützung. Aber keine Sorge – moderne Winterspiele kommen auch ohne Winter aus, solange genug Energie verfügbar ist.

Bis zum 22. Februar kämpfen Sportlerinnen und Sportler aus 92 Nationen in 116 Bewerben um Medaillen. 54 für Männer, 50 für Frauen und zwölf gemischte Entscheidungen – fair verteilt, klimatisch eher weniger.

Fazit aus umweltfreundlicher Perspektive

Diese Spiele zeigen eindrucksvoll, dass der olympische Gedanke lebt: höher, schneller, weiter – notfalls auch über ökologische Grenzen hinweg. Während der olympische Geist gefeiert wird, darf sich die Umwelt über bleibende Erinnerungen freuen. In Form von Bauwerken, Verkehrsachsen und einem CO₂-Ausstoß, der ganz sicher nicht symbolisch gemeint war.

Aber hey: Hauptsache, es war magisch

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