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Wohnimmobilienprojekt in Reichenbach: Solide Rendite oder spekulatives Risiko?

WOKANDAPIX (CC0), Pixabay
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Anleger finanzieren Verkaufsphase historischer Mietwohnungen – mit ungesichertem Rückzahlungsversprechen

Mit dem siebten Paket der ESG-Serie VII bietet die Markus Hörning GmbH privaten Anlegern erneut die Möglichkeit, sich über sogenannte Zero Bonds an einem Immobilienprojekt im Vogtland zu beteiligen. Konkret geht es um vier bereits sanierte und vollständig vermietete Wohnungen in der Bahnhofstraße 2–4 in Reichenbach-Mylau. Die geplante Laufzeit: 12 Monate, mit Option auf Verlängerung um bis zu 6 Monate. Die in Aussicht gestellte Rendite beträgt 14 % in Form eines Disagios – eine stattliche Verzinsung angesichts der kurzen Laufzeit.

Doch lohnt sich das Engagement? Und wie sicher ist es wirklich?

Sanierte Altbauten, verkaufsbereit – aber noch nicht verkauft

Laut Projektbeschreibung sind die betroffenen Wohnungen hochwertig saniert, renditestark vermietet und sollen nun im Einzel- oder Paketverkauf veräußert werden. Der erwartete Verkaufspreis von rund 602.300 Euro liegt dabei etwa 95.000 Euro über dem aktuellen Projektvolumen. Mit den Erlösen sollen laufende Projekte der Firma im Bereich „barrierefreies Wohnen“ mit Pflegeanschluss finanziert werden – eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens.

Der Clou: Anleger übernehmen die Vorkosten des Verkaufsprozesses. Ihre Rückzahlung erfolgt ausschließlich aus den zukünftigen Verkaufserlösen – und nicht aus einem garantierten Kapitalstock.

Renditeversprechen mit vielen Wenns

Das Investment basiert auf der Annahme, dass die betreffenden Wohnungen innerhalb der vorgesehenen Laufzeit tatsächlich verkauft werden – zu den erwarteten Preisen. Ein nicht erfolgter oder verzögerter Verkauf hätte direkte Auswirkungen auf die Rückzahlung der Anlegergelder. Auch wenn Sicherheiten wie persönliche Garantien des Geschäftsführers genannt werden, bleiben diese im Insolvenzfall mitunter rechtlich schwer durchsetzbar.

Zudem sind Zero Bonds endfällige Anlagen – es erfolgt also keine laufende Verzinsung, sondern die Auszahlung (inkl. Disagio) erfolgt zum Laufzeitende. Anleger tragen das volle Risiko bis zum letzten Tag.

Totalverlustrisiko trotz Sicherheiten

Zwar nennt der Anbieter verschiedene Sicherheiten – etwa eine Rückzahlungsverpflichtung des Projektträgers, die Nachrangigkeit von Gesellschafterdarlehen oder die Bestellung eines gemeinsamen Treuhänders –, doch im rechtlichen Kleingedruckten heißt es deutlich:

„Trotz dieser Sicherheiten kann nicht ausgeschlossen werden, dass es im worst case zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens kommt.“

Ein solcher Totalverlust ist also ausdrücklich möglich – etwa, wenn der Verkauf nicht gelingt oder das Unternehmen insolvent wird.

Fazit: Attraktive Zahlen – mit Augenmaß bewerten

Das Projekt ESG-Serie VII – Bahnhofstraße 2 bietet ein interessantes, regional verankertes Immobilieninvestment mit potenziell hoher Rendite. Gleichzeitig handelt es sich um eine kurzfristige Projektfinanzierung mit unternehmerischem Risiko – und ohne Rückzahlungsanspruch gegen gesicherte Vermögenswerte.

Wer investiert, sollte sich der Abhängigkeit von Verkaufserlösen bewusst sein – und des Umstands, dass „hochwertig saniert“ allein noch keinen Käufer garantiert. Die Bonität des Unternehmens ist gut, aber kein Garant gegen Projektrisiken.

Für erfahrene Anleger mit Risikobewusstsein kann das Angebot eine Option darstellen. Für sicherheitsorientierte Investoren oder zur Altersvorsorge ist es hingegen nicht geeignet.


Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Anlageberatung. Anleger sollten die Vertragsunterlagen und Risikohinweise sorgfältig prüfen und im Zweifel unabhängigen Rat einholen.

 

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